2750 Lebensmittelkörbe hat das Soziale Bürgerzentrum „Hand in Hand“ in Kierspe im vergangenen Jahr ausgegeben, sechs Prozent weniger als im Jahr zuvor. Doch auch die Spenden gingen in den vergangenen zwölf Monaten zurück — und zwar drastisch, um 46 Prozent. LokalDirekt hat mit dem Vorsitzenden, Markus Gorecki, über die aktuelle Lage des Vereins gesprochen.
140 Ehrenamtler versorgen 450 Besucher
„Sinkende Spenden treffen bei uns auf einen Bedarf, der nicht im gleichen Maß sinkt“, erklärt Gorecki. Schnell wird im Gespräch klar: Er brennt für das Bürgerzentrum und dessen zahlreiche Besucher. Und er betont, dass das Bürgerzentrum eine wahre Teamleistung ist: Etwa 140 Ehrenamtliche sind in allen Bereichen des Vereins tätig, dazu kommen eine Reinigungskraft und eine Verwaltungskraft, die in geringem Umfang angestellt sind. Schnell wird deutlich, dass Gorecki nicht im Mittelpunkt stehen möchte — es geht ihm nicht um sich selbst, sondern um das Projekt.
Und für dieses möchte er Spenden sammeln. Um die Wirkung einer Spende greifbar zu machen, nennt er ein Rechenbeispiel, statt mit runden, symbolischen Zielsummen zu arbeiten: 500 Euro entsprechen demnach rechnerisch ungefähr dem durchschnittlichen zugekauften Lebensmittelanteil eines wöchentlichen Ausgabetermins der Vorratskammer. Hinzu kommen die Lebensmittelspenden des Handels und die ehrenamtlich erbrachte Arbeit, die zusammen erst die wöchentliche Ausgabe ermöglichen.
Spendenrückgang um beinahe 50 Prozent
Doch gerade diese 500 Euro sind es, die dem Verein aktuell Probleme bereiten. Im Zeitraum von Juli 2024 bis Juni 2025 erhielt das soziale Bürgerzentrum Spenden in Höhe von 43.200 Euro. Zwischen Juli 2025 und Juli 2026 lag die Spendensumme nur noch bei 23.100 Euro, ein Rückgang von etwa 46 Prozent. Auch bereinigt um die größte Einzelspende in den jeweiligen Zeiträumen lag der Rückgang noch bei 42 Prozent. Die Kosten hingegen blieben beinahe gleich.
Zwar seien etwas weniger Lebensmittelkörbe ausgegeben worden, so Gorecki, durch die gestiegenen Preise hätten sich die Kosten jedoch nur marginal geändert: 2024 gab der Verein etwa 31.000 Euro für Lebensmittel aus, 2025 gerade einmal 700 Euro weniger. Auch wenn die Zeiträume nicht genau übereinander liegen sei die Tendenz deutlich erkennbar.
Dank Rücklagen keine akute Gefahr
"Es ist nicht so weit, dass wir hier kurzfristig schließen müssten", sagt Gorecki zuversichtlich. Aus den Rücklagen könne der Verein die Lebensmittelversorgung der rund 450 Gäste in der kommenden Zeit sichern. Langfristig, so schätzt der Vorsitzende, könne der Verein lediglich bei den Lebensmittelzukäufen sparen. So weit will er es jedoch nicht kommen lassen.
Er hofft, dass der Einbruch der Spenden lediglich ein kurzfristiger Ausrutscher nach unten ist. Auch im beruflichen Umfeld merke er, „dass die wirtschaftliche Lage wieder langsam besser wird“, erfahrungsgemäß folge das Spendenverhalten etwas verzögert der Wirtschaftslage.
„Wir brauchen kontinuierliche Spenden“
Markus Gorecki macht daher Werbung für regelmäßige Spenden. „Wir brauchen Kontinuität, damit wir planen können.“ Ihm schweben zum Beispiel Firmenpatenschaften vor, die es in dieser Form noch nicht bei „Hand in Hand“ gibt, auch wenn zahlreiche Unternehmen bereits einmalig oder mehrfach gespendet hätten.
„Unternehmen können mit einer regelmäßigen Partnerschaft dort Verantwortung übernehmen, wo ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ihre Kundschaft leben“, wirbt der Vorsitzende, der die Vorzüge von Unternehmensspenden zu schätzen weiß. „Gerade Firmenspenden waren bisher für uns eine große Stütze, da die Beträge meist höher sind als Privatspenden.“ Doch auch kleinere, wiederkehrende Beiträge seien ausdrücklich willkommen: "Auch sie tragen in der Summe erheblich zur Planungssicherheit bei. "
Spendenkonten:
Soziales Bürgerzentrum Kierspe - Hand in Hand
Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen
IBAN: DE63 4585 1665 0006 0038 83
BIC: WELADED1KMZ
Volksbank Kierspe
IBAN: DE93 4586 1434 0818 4481 00
BIC: GENODEM1KIE










