Mit einem herzlichen „Bonjour Lüdenscheid“ sind am Donnerstag, 19. März, französische Austauschschüler aus Saint-Quentin im Rathaus von Lüdenscheid empfangen worden. Bürgermeister Sebastian Wagemeyer begrüßte die Jugendlichen im Rahmen eines offiziellen Empfangs und unterstrich die Bedeutung des internationalen Austauschs.
Tradition seit mehr als vier Jahrzehnten
Der Schüleraustausch zwischen dem Geschwister-Scholl-Gymnasium Lüdenscheid (GSG), dem Zeppelin-Gymnasium Lüdenscheid und dem „Collège et Lycée Henri Martin“ in Saint-Quentin besteht bereits seit 1979. Initiiert wurde die Partnerschaft durch den damaligen GSG-Lehrer Günther Nyenhuis - und hat sich seither zu einem festen Bestandteil des Schullebens entwickelt.
Nach einer pandemiebedingten Pause wurde das Programm 2024 wieder aufgenommen. In diesem Jahr nehmen jeweils 19 Schülerinnen und Schüler aus beiden Ländern teil. Einige sind davon schon zum zweiten Mal dabei, die Schülerinnen Jonna und Valentine sind sogar bereits ein drittes Mal Teil der Gruppe. Der Austausch wird teils über das „Erasmus+“-Programm finanziert.
Einblicke in Alltag, Kultur und Schule
Das Austauschprogramm ist so organisiert, dass die Gruppen zeitlich nahtlos hintereinander gemeinsam in das jeweilige Partnerland reisen. Während ihres Aufenthalts erhalten die Jugendlichen Einblicke in den Schulalltag, nehmen am Unterricht teil und lernen die jeweilige Stadt näher kennen.
In Frankreich standen unter anderem Stadtführungen, eine Rallye sowie sportliche und kulturelle Aktivitäten wie Bowling, Bogenschießen oder ein Museumsbesuch in Roubaix auf dem Programm. In Deutschland werden die Gäste neben dem Unterricht unter anderem die Phänomenta besuchen, einen Ausflug nach Bonn ins „Haus der Geschichte“ unternehmen und gemeinsame Freizeitaktivitäten wie Lasertag erleben. Das Wochenende wird individuell mit den jeweiligen Gastfamilien gestaltet.
Ein gemeinsames Projekt beider Gruppen ist die Erstellung eines Videos oder Podcasts zum Thema kulturelle Unterschiede unter dem Titel „Lumière – caméra – tolérance“.
„Europa lebt von Begegnungen“
In seiner Ansprache hob Bürgermeister Wagemeyer die Bedeutung solcher Begegnungen hervor. „Europa lebt davon, dass Menschen sich begegnen. Ihr baut Brücken“, sagte er an die Schülerinnen und Schüler gerichtet. Aus Begegnung entstehe Vertrauen — und daraus wiederum Zukunft.
Zugleich ermutigte er die Jugendlichen, sich auf neue Erfahrungen einzulassen: „Vielleicht fühlt sich manches für euch noch ungewohnt oder fremd an, gerade weil ihr eure Komfortzone verlasst — aber es ist gut, dass ihr euch das getraut habt.“
Gerade vor dem Hintergrund aktueller Krisen und Konflikte sei der Austausch wichtiger denn je. „Das sind keine Floskeln. Es ist wichtig, dass ihr euch das, was auf der Welt passiert, zu Herzen nehmt“, betonte Wagemeyer.
Dankbarkeit bei den Teilnehmern
Dass diese Botschaft bei den Jugendlichen ankommt, zeigte sich auch beim Empfang: Zwei französische Schüler überreichten dem Bürgermeister ein Geschenk und richteten persönliche Worte an ihn. „Worte können nicht beschreiben, wie dankbar wir für diese Möglichkeit sind.“










