Hugo Mimm ist neuer König des Allgemeinen Schützenvereins Kierspe 1924 e.V. (ASV). Mit dem 36. Schuss setzte er sich gegen seinen Mitbewerber um die Königskrone, Mark Glashörster, durch.
Drei Tage stand Kierspe ganz im Zeichen dies Schützenfestes, das mit Fassanstich und Preisvogelschießen am Freitag, 21. August, dem Kinderkönigsschießen und Schützenball am Samstag, 22. August, schließlich am Sonntag, 23. August, mit Prinzenvogelschießen, Festumzug, Königsschießen und der Krönung im Festzelt seinen Höhepunkt erfuhr.
Großer Festumzug mit Fanfaren und Kutschen
Viel Aufsehen erregte vor allem der große Festumzug, der Sonntag kurz nach 13 Uhr am Raukplatz startete und sich, begleitet von den Pauken und Trompeten des Fanfarenzugs Meinerzhagen, der Schützenkapelle Kreuzberg und des Spielannszugs der Freiwilligen Feuerwehr Kierspe, und bejubelt von zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern auf den langen Weg durch die Kiersper Straßen begab. Viel Beifall gab es vor allem für die beiden prächtigen Pferdekutschen. In der ersten saß das scheidende Königspaar Carsten Kutzner und Sabine Buschhaus-Kutzner und ließ sich ein letztes Mal von den Kierspern feiern. Nach einem Zwischenstopp mit Stärkung an der Waldheimstraße erreichte der Zug um 15.20 Uhr den Schützenplatz am Amselweg.
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Zäher Vogel
Erst mit einiger Verspätung wurde der hölzerne Vogel in Beschuss genommen. Am Anfang sah es ganz danach aus, als könne die Zeit wieder aufgeholt werden. Denn schon mit dem 12. Schuss fiel die Krone an Marcus Hampel. Nach 42 weiteren Schüssen sicherte sich Jens Groll den Apfel. Weitere 47 mal peitschten Schüsse über den Schützenplatz, bis Thomas Pillmayer das Zepter holte. In diesem Rhythmus hätte es weitergehen können. Aber der Vogel erwies sich als besonders zäh. Erst mit dem 209. Schuss fiel der linke Flügel an Paul Schrade. Sogar 114 Schüsse hielt der rechte Flügel stand, den sich Kevin Müller sicherte. Weitere 107 Mal legten die Schützen auf den Rumpf an, den sich schließlich Tom Schmitz mit dem 430. Schuss holte.
Danach wurde es richtig spannend. Während der Königsvogel für das entscheidende Schießen an der Felswand aufgehängt wurde, forderte Vorsitzender Peter Schrade per Lautsprecherdurchsage zum Königsschießen auf. Minuten vergingen. Es wurde getuschelt und geraten. Namen wurden genannt und wieder fallen gelassen. Olaf Stelse wurde von einigen Schützen aufgefordert es zu versuchen. Verständlich, dass Kierspes Bürgermeister nicht riskieren wollte, auch noch dieses Amt zu übernehmen und dankend ablehnte.
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Keine Lust auf nochmal "nur Hofstaat"
Doch dann stand fest: Mark Glashörster und Hugo Mimm wollen es wissen. Das „wissen wollen“ trifft besonders auf Hugo Mimm zu. Denn der hatte sich schon sechs Mal vergeblich bemüht, ASV-König zu werden. Immer war er nur knapp gescheitert, stattdessen zusammen mit Gattin Birgit im Hofstaat gelandet. Auf nochmal Hofstaat hatte seine bessere Hälfte verständlicherweise keine Lust mehr. „Außer, ich werde Königin“, setzte sie ihren Gatten unter Druck. Und Hugo hielt dem Druck stand: Mit dem 36. Schuss setzte er sich um 18.50 Uhr gegen seinen Mitbewerber um den Königsthron durch.
Happy End also für den neuen König Hugo und seine Königin Birgit. Happy End aber auch für die Kiersper ASV-Schützen. Denn einen strahlenderen König hätten sie sich gar nicht wünschen können. Auf den Schultern von zwei kräftigen Schützen wurde er lachend und winkend ins Festzelt getragen und dort gefeiert. Majestäten und Vertreter aller teilnehmenden Schützenvereine gratulierten, des Kiersper SV, der Marienheider Schützen und der Lüdenscheider Bürgerschützen, der Jäger aus Valbert, der Hülscheider und der Herscheider Schützen, des Reitvereins Kierspe und auch der Feuerwehr Kierspe.
„Hugo ist eine Frohnatur“, bestätigte sein Sohn Florian, der mitsamt Gattin und Kindern am Schützenfest teilnahm. Man kenne den 69-Jährigen, der aus Kitzbühl in Österreich stammt, nur gut gelaunt. Viele Jahre hatte er die Tankstelle an der Volmestraße betrieben und auch Autos verkauft. Auf diesem Weg hatte er seine Gattin kennengelernt. Beide seien seit vielen Jahren überaus aktiv im Verein, lobte Vorsitzender Peter Schrade.
Gegen 20.30 Uhr ergriff Bürgermeister Olaf Stelse das Wort, stellte den Schützen und ihren Freunden den neuen König vor und leitete die Krönung ein. Zur feierlichen Musik der Schützenkapelle Kreuzberg überreichte das scheidende Königspaar Carsten Kutzner und Sabine Buschhaus Königskette und Diadem an ihre Nachfolger König Hugo und Königin Birgit.
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Prinzen-, Preis- und Kinderschießen
Schon am Sonntagvormittag hatte das Prinzenvogelschießen stattgefunden. Die Jungschützen zeigten sich in guter Form. Bereits der 63. Schuss saß: Emily Ackermann konnte sich als neue Prinzessin der ASV-Schützen feiern lassen und trat die Nachfolge von Prinzessin Lara Kutzner an. Zu ihrem Prinzgemahl wählte sie Neal Ochel. Zuvor hatten sich die neue Prinzessin bereits die Krone und ihr Prinzgemahl den linken Flügel gesichert. Der Apfel fiel an Janik Bülow, das Zepter an Alvina Paul und der rechte Flügel an Jorrit Pempe.
Neuer Kinderkönig des ASV ist bereits seit Samstag Charlie Pillmeyer. Er erzielte auch die Krone. Die weiteren Insignien sicherten sich Nina Huge (Zepter), Mia Barth (Apfel), Merle Husmann (linker Flügel) und Amy Graw (rechter Flügel)
Die Gewinnerin des Preisvogelschießens am Schützenfest-Freitag ist übrigens die Mutter von Prinzessin Emily. Heike Ackermann sicherte sich den Rumpf und damit den Gewinn einer Reise für zwei Personen mit dem 463. Schuss. Die Insignien gingen an Alexander Trimpop (Krone), Alexander Dunkel (Apfel), Tom Schmitz (Zepter), Timo Beckmeyer (linker Flügel) und Viktor Friesen (rechter Flügel).








