Der Arbeitgeberverband Lüdenscheid (AGV) hält die Forderung der IG Metall nach fünf Prozent mehr Entgelt in der bevorstehenden Tarifrunde für unrealistisch. Die Metall- und Elektroindustrie stehe vor einer tiefgreifenden Strukturkrise, erklärte der Verband in einer Stellungnahme am Mittwoch, 23. September. Viele Unternehmen verzeichneten rückläufige Absatzmärkte und einen zunehmenden internationalen Wettbewerb um Aufträge.
„Wettbewerbsfähigkeit zurückgewinnen“
Besonders mittelständische und familiengeführte Industrieunternehmen in der Märkischen Region stünden unter Druck, erklärt Andreas Kostal, Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes Lüdenscheid. „Der Anteil der Personalkosten am Umsatz ist hier häufig über 30 Prozent, teilweise sogar über 40 Prozent und damit oft weit über dem Branchendurchschnitt.“ Entgeltsteigerungen, wie sie die Gewerkschaft fordert, würden die Wettbewerbsfähigkeit gerade der heimischen Unternehmen weiter schwächen, die bereits mit rückläufiger Nachfrage, hohen Energiepreisen und internationalem Wettbewerbsdruck umgehen müssen.
Der AGV sieht deshalb die Tarifparteien in besonderer Verantwortung: „Wir brauchen einen Abschluss, der die richtigen Antworten auf diese Strukturkrise gibt. Wir sind eine Industrieregion und wollen das bleiben“, so Kostal.









