Die Verbraucherberatung Iserlohn blickt auf ein arbeitsreiches Jahr zurück. Insgesamt 3557 Menschen nahmen 2025 ihre Hilfe in Anspruch. Vor allem Probleme rund um Online-Verträge, Fakeshops und digitale Dienstleistungen beschäftigten die Beratungsstelle.
Auch im 60. Jahr ihres Bestehens kann sich die Verbraucherberatung Iserlohn über einen Mangel an Arbeit nicht beklagen. Das sagten Beratungsstellenleiterin Maren Behrendt und Umweltberater Bernhard Oberle jetzt im Beisein von Jennifer Vogt, Beigeordnete und Ressortleiterin „Generationen und Soziales“ bei der Stadt Iserlohn. Der Blick ging zurück auf das abgelaufene Jahr 2025. Behrendt: „Die Verbraucher-Anliegen haben sich verändert und werden komplexer.“ 3557 Mal wendeten sich Bürger – vornehmlich aus Iserlohn – hilfesuchend an die Verbraucherberatung.
Mehr Probleme durch Digitalisierung
„Käufe, Buchungen oder Vertragsabschlüsse finden heute überwiegend digital statt. Das ist einerseits bequem, führt aber auch zu vielfältigen und immer größer werdenden Problemen“, so Maren Behrendt. Zweieinhalb Planstellen plus Umweltberatung hat die Verbraucherberatung im ehemaligen Postgebäude am Theodor-Heuss-Ring 5 in Iserlohn zur Verfügung, um sich der Sorgen und Nöte ihrer Klientel anzunehmen.
Fakeshops immer professioneller
Wenn Anbieter nur noch per KI-gesteuertem Chatbot oder Kontaktformular erreichbar seien oder gar nicht reagierten, seien viele Verbraucher überfordert. Von immer professioneller gestalteten Fakeshops über vermeintliche „Hilfen“ beim Ausfüllen von Behördenanträgen bis hin zu Coaching-Angeboten mit zweifelhaftem Nutzen: So manches Online-Schnäppchen sei für Iserlohner Verbraucher im vergangenen Jahr zu einer kostspieligen Falle geworden.
1500 Rechtsberatungen und -vertretungen
Maren Behrendt: „Die Menschen sind dann sehr erleichtert, wenn ihre Probleme gelöst werden können. Bei rund 1.500 Rechtsberatungen und -vertretungen haben wir uns zumeist erfolgreich für die berechtigten Ansprüche unserer Ratsuchenden eingesetzt.“
Einige Beispiele:
- Reklamationen wurden von Händlern mit fadenscheinigen Begründungen abgelehnt.
- Bei Online-Bestellungen kam es zu falschen Lieferungen und strittigen Retouren.
- Kostenfallen durch sogenannte Dokumenten-Dienstleister nahmen zu.
- Abo-Fallen, etwa bei vermeintlich kostenlosen Zeitschriften, sorgten für Beschwerden.
- Aufdringlicher Vertrieb beim Glasfaserausbau führte zu unerwünschten Vertragsabschlüssen.
- Teure „Knöllchen“ oder sogar abgeschleppte Autos auf dem Supermarktparkplatz machten Ärger.
Erreichbarkeit ausgeweitet
Angesichts der anhaltend hohen Nachfrage sei es daher besonders erfreulich und wichtig, so Maren Behrendt, dass durch Umstellung auf den landesweiten Zugang die digitale und telefonische Erreichbarkeit deutlich ausgeweitet werden konnte. Behrendt: „Damit gehen wir einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunft und erfahren dafür viel positive Resonanz.
Neuer Instagram-Kanal
Auch die Umweltberatung von Bernhard Oberle war im vergangenen Jahr mit vielen Aktionen unterwegs. Einen Bericht hatte er unlängst erst in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Abfallwirtschaft, Umweltschutz und Planung vorgestellt (wir berichten). Ein neues Angebot ist der Instagram-Kanal. Damit habe man im vergangenen Jahr 24.000 Menschen erreicht. Die dort eingestellten Beiträge seien 86.000 Mal aufgerufen worden.
80 Prozent Iserlohner
Auch die übrigen Zahlen der Verbraucherberatung Iserlohn aus dem Jahr 2025 sind beeindruckend: 3557 Verbraucheranliegen, davon 1499 Rechtsberatungen und -vertretungen, 68 Veranstaltungen und 1956 Veranstaltungskontakte. 75 bis 80 Prozent der Ratsuchenden kommen aus Iserlohn. Die Verbraucherberatung in Lüdenscheid kümmert sich um die Klienten aus der Kreisstadt. Dort sind nochmals 3,75 Stellenanteile vorhanden, zusätzlich die Energieberatung.
60. Jubiläum im September
Sorgen um die dauerhafte Finanzierung der Verbraucherberatung in Iserlohn müsse man sich nicht machen. „Ich bin da sehr zuversichtlich“, erklärte Iserlohns Beigeordnete Jennifer Vogt bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2025. Bevor der nächste Rechenschaftsbericht präsentiert wird, steht erst einmal im September das 60-Jährige Bestehen auf dem Terminkalender. Maren Behrendt: „Iserlohn war eine der ersten Beratungsstellen in ganz NRW.“









