Im Rathaus Herscheid ist bis zum 21. November die Ausstellung „Alles, nur nicht perfekt“ der Herscheider Malerin Kerstin Malek zu sehen – soeben vor größerer Kulisse eröffnet. Die Ausstellung erzählt deutlich mehr als nur vom künstlerischen Handwerk mit Pinsel, Spachtel und Farbe. Sie ist ein Appell, das persönliche Schicksal in die Hand zu nehmen und sich mit der Kraft der Kunst aus scheinbar schwierigsten Lagen zu befreien.
Kerstin Malek geht inzwischen offen mit ihren Depressionen um, die sie seit 30 Jahren begleiten. Bei einem Klinikaufeinhalt in Herborn vor zweieinhalb Jahren kam sie mit der Malerei in Berührung, fand darin eine Ausdrucksform, die es ihr erlaubt sich auszudrücken und ihrer Erkrankung wirkungsvoll zu begegnen. Inzwischen sind autodidaktisch 120 Bilder entstanden, Acrylfarben gespachtelt, ab und zu auch mit den Pinsel gemalt. 40 abstrakte Werke dieser Schaffenszeit sind derzeit im Haus 1 des Rathauses zu sehen, verteilt im ganzen Gebäude. Sie können während der normalen Öffnungszeiten der Gemeindeverwaltung betrachtet werden. (Das Sozialamt ist mittwochs geschlossen; wer dann die Bilder in diesem Trakt anschauen möchte, möge sich im Bürgerbüro melden – dann wird ihm geöffnet.)
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Für die Herscheiderin ist es die erste Ausstellung, nachdem sie bereits in der Galerie Schmidt in Lüdenscheid präsentiert wird und dort auch bereits verkaufte. An diesem Beispiel lässt sich am besten die therapeutische Wirkung des Malens erklären: Kerstin Malek fragte mutig in der Galerie an, um dort eine Meinung zu ihren Bildern zu erfragen – und es entwickelte sich eine positive Beziehung zwischen Galerist und Künstlerin.
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Die Malerei hat sich für Kerstin Malek als Weg zu einem neuen Selbstwertgefühl entwickelt, was sich auch bei der Ausstellungseröffnung im Ratshaus zeigte. So angeregt wie aufgeschlossen kam die Herscheiderin mit den Gästen ins Gespräch, erzählte ihre Geschichte, stellte ihre Techniken vor, berichtete, wie sie ihre innere Mitte und die Ruhe wiedergefunden hat. Und was das wichtigste sei: Sie könne nun guten Gewissens ihre beiden Enkel Ben und Finn betreuen und ihre Rolle als Großmutter ausfüllen. Die beiden, wie fast die komplette Familie, waren übrigens auch bei der Ausstellungseröffnung dabei – und gaben den einzig richtigen Kommentar ab, als Kerstin Malek mit „Meine Bilder sind ….“ anhob. Da kam es wie aus der Pistole geschossen aus Kindermund „Schön!!!“











