Die Zukunftsinitiative „Gute Pflege“ im Märkischen Kreis soll weiterentwickelt und bis 2029 fortgeführt werden. Dafür hat sich der Ausschuss für Gesundheit und Pflege im Lüdenscheider Kreishaus mehrheitlich ausgesprochen.

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Pflege im Spannungsfeld wachsender Anforderungen

Im Mittelpunkt der Beratungen stand der aktuelle Pflegebericht, den der Fachdienst Pflege vorstellte. Demnach waren zum Stichtag 31. Dezember 2023 im Märkischen Kreis 32.652 Menschen pflegebedürftig – rund acht Prozent der Bevölkerung. Der überwiegende Teil (86,9 Prozent) wird ambulant versorgt.

Gleichzeitig zeigt sich ein deutlicher Anstieg: Innerhalb von sechs Jahren ist die Zahl der Pflegebedürftigen um rund 79 Prozent gestiegen. Während die Versorgung grundsätzlich sichergestellt sei, wiesen die bestehenden Strukturen laut Verwaltung zunehmend Lücken im Verhältnis zur wachsenden Nachfrage auf.

Versorgungslage regional unterschiedlich

Besonders im stationären Bereich kann die Suche nach einem Pflegeplatz herausfordernd sein. Insgesamt stehen im Kreis 56 stationäre Einrichtungen mit rund 4.400 Plätzen sowie weitere Wohn- und Pflegeangebote zur Verfügung. Dennoch liegen die Versorgungsquoten in mehreren Kommunen unter zwölf Plätzen je 100 Personen über 80 Jahren, wodurch Wahlmöglichkeiten teils eingeschränkt sind.

Auch ambulante Angebote sind regional unterschiedlich verfügbar. Rund 92 ambulante Pflegedienste versorgen knapp 15 Prozent der Pflegebedürftigen. In ländlichen Bereichen bleibt die Versorgung eine besondere Herausforderung. Eine zentrale Rolle spielen zudem pflegende Angehörige: 57 Prozent der Pflegebedürftigen werden ohne professionelle Dienste unterstützt.

Fachkräftesicherung als zentrale Aufgabe

Bereits heute wirkt sich der Fachkräftemangel spürbar auf die Versorgung aus. Teilweise können Pflegedienste keine neuen Kunden aufnehmen, während zugleich viele Beschäftigte in den kommenden Jahren altersbedingt ausscheiden werden.

Vor diesem Hintergrund wurde die Zukunftsinitiative „Gute Pflege – Märkischer Kreis“ im Juni 2023 gemeinsam mit der Agentur Mark gestartet. Ziel ist es, die Fachkräftegewinnung und -bindung in der Pflege zu stärken und die Versorgung langfristig zu sichern.

Bilanz und Ausblick der Initiative

Besonderes Augenmerk liegt weiterhin auf der Nachwuchsgewinnung, etwa durch Projekte wie „Pflege macht Schule“. Auch Berufsrückkehrende, Teilzeitqualifizierungen sowie die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sollen künftig stärker berücksichtigt werden. Als wachsendes Potenzial gilt zudem die Gewinnung internationaler Fachkräfte. Parallel dazu sollen Themen wie Sprachförderung, Willkommenskultur, Digitalisierung und Karriereentwicklung stärker in den Fokus rücken.