Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in Nordrhein-Westfalen ist nach Angaben des Statistischen Landesamts im Jahr 2025 auf den höchsten Stand seit 2008 gestiegen.

Überregionale Nachrichten

Insgesamt meldeten Arztpraxen und Krankenhäuser 23.545 Eingriffe bei Frauen mit Wohnsitz in Nordrhein-Westfalen. Im Jahr 2008 lag die Zahl noch bei 24.120 Fällen.

„Nach einem Rückgang in den Jahren 2020 und 2021 steigen die Zahlen seit 2022 wieder kontinuierlich an“, so das Statistische Landesamt. Den größten Sprung gab es von 2021 auf 2022 mit einem Plus von 13,4 Prozent. Danach verlangsamte sich die Entwicklung deutlich: 2023 lag der Anstieg bei 3,0 Prozent, 2024 bei 0,9 Prozent und 2025 nur noch bei 0,4 Prozent.

Mehrheit der Frauen zwischen 18 und 39 Jahren

Die große Mehrheit der betroffenen Frauen befand sich im Jahr 2025 im Alter zwischen 18 und 39 Jahren. Ihr Anteil lag bei 89,4 Prozent. Weitere 7,9 Prozent waren 40 Jahre oder älter. Minderjährige stellten mit 640 Fällen einen Anteil von 2,7 Prozent. Im Jahr 2008 hatte dieser Anteil noch bei 4,8 Prozent gelegen. Unter den minderjährigen Betroffenen waren 50 Mädchen jünger als 15 Jahre.

Mehr als die Hälfte der Frauen hatte bereits Kinder: 54,2 Prozent hatten vor dem Eingriff mindestens ein Kind geboren, 3040 Frauen drei oder vier Kinder, weitere 520 Frauen sogar fünf oder mehr.

Eingriffe meist in frühem Schwangerschaftsstadium

Die meisten Schwangerschaftsabbrüche fanden in einem frühen Stadium statt. In 51,2 Prozent der Fälle erfolgte der Eingriff vor der siebten Schwangerschaftswoche. Knapp ein Drittel (29,8 Prozent) lag zwischen der siebten und der neunten Woche. Weitere 15,7 Prozent der Abbrüche wurden zwischen der neunten und der zwölften Woche vorgenommen.

Die überwiegende Zahl der Fälle — 95,6 Prozent — erfolgte im Anschluss an die gesetzlich vorgeschriebene Beratung. Medizinische Gründe oder Schwangerschaften infolge von Sexualdelikten spielten dabei laut Statistischem Landesamt mit 4,4 Prozent eine vergleichsweise geringe Rolle.