Teddys, Puppen und andere Kuscheltiere füllten am Wochenende die Notaufnahme der Stadtklinik Hemer. Die ungewöhnliche Behandlung sollte Kindern die Angst vor einem Krankenhausbesuch nehmen.

Ein großer Andrang in der Notaufnahme ist in der DGD Stadtklinik Hemer nicht ungewöhnlich. Aus dem Rahmen fielen am Freitag und Samstag aber die Patienten, die Schlange standen. Puppen und Teddys, Katzen und Hunde, Schildkröten und Delfine kamen mit ihren Wehwehchen vorbei: Die Kuscheltierambulanz hatte zum vierten Mal ihre Türen geöffnet.

Mit großem Engagement und viel Liebe zum Detail hatte das Team um Reinhild Scholz-Jedamzik, Leitende Ärztin der Zentralen Notaufnahme, alles für einen Krankenhausbesuch der kleinen, meist plüschigen Lieblinge vorbereitet. Am laufenden Band wurden in der Anmeldung die Patienten registriert. Größe, Gewicht und natürlich die wichtigste Frage: Wo tut es weh? Hund Marshall hatte Probleme mit dem rechten Bein, Delfin Lila Schmerzen in der Flosse und der Hase einen Riss im rechten Ohr.

Bein- und Fußverletzungen waren am Samstag stark verbreitet. Am Freitag, als die Kinder aus den Kindertagesstätten eingeladen waren, litten die meisten Kuscheltiere noch unter Bauchschmerzen, war von den Ärzten zu erfahren. Sie sorgten dafür, dass jeder Patient richtig versorgt wurde, natürlich immer in enger Absprache mit den Begleitern. Diese wurden über alle Schritte genauestens informiert. Am Röntgenbild machten sie sich selbst ein Bild vom kaputten Knochen. Beim Blutdruckmessen vor der Narkose konnten sie den kleinen Patienten beruhigen. Unter ihren wachsamen Augen wurden Verbände angelegt. Mit Tipps für die Pflege zu Hause und einer Tüte aus der Krankenhausapotheke nahmen die Jungen und Mädchen ihre Schützlinge dann wieder in Empfang. Und sie hatten so einen sehr guten Eindruck davon bekommen, was passiert, wenn man ins Krankenhaus muss.

Und das ist natürlich der ernste Hintergrund dieser Aktion. „Wir möchten den Kindern zeigen, dass ein Krankenhaus nichts sein muss, wovor man Angst haben muss“, erklärte Reinhild Scholz-Jedamzik. Wer die Abläufe einmal erlebt hat, kennt sich ein bisschen aus und fühlt sich nicht mehr ganz so fremd. Dass dies auf so spielerische Art und Weise zum vierten Mal möglich war, freute auch Bürgermeister Christian Schweitzer, der die Kuscheltierambulanz am Samstag offiziell eröffnete und dem Stadtklinik-Team für seinen Einsatz dankte.