Ob für Wasser, Saft oder Kaffee: Wiederverwendbare Trinkflaschen sind eine nachhaltige Lösung für unterwegs. Sie sparen Verpackungsmüll und Geld. Allerdings können sich in Trinkflaschen und Trinkbechern schnell Keime und hartnäckige Biofilme bilden. Besonders Mundstücke, Dichtungen und Strohhalme bieten ihnen gute Bedingungen. „Mit einer gründlichen Reinigung lässt sich das Risiko aber deutlich reduzieren“, sagt Bernhard Oberle, Abfall- und Umweltberater bei der Verbraucherzentrale NRW in Iserlohn.

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Täglich säubern statt nur ausspülen

Auch wenn die Trinkflasche ausschließlich für Wasser verwendet wird, sollte sie möglichst täglich gereinigt werden. Über Mund, Hände und Luft gelangen Bakterien, Pilze und Hefen in die Flasche, die sich im feuchten Inneren vermehren können. Verunreinigungen sollten deshalb möglichst direkt nach dem Gebrauch entfernt werden.

Nur mit klarem Wasser auszuspülen, reicht nicht aus. Am besten werden Flasche und Einzelteile mit heißem Wasser, Spülmittel und einer Flaschenbürste gründlich gereinigt und anschließend ausgespült. Für Mundstücke, Dichtungen oder schwer zugängliche Stellen können kleine Bürsten hilfreich sein. Danach sollte die Flasche vollständig trocknen, möglichst kopfüber, damit das Wasser ablaufen kann.

Zusätzliche Reinigungshilfen

Reinigungsperlen können durch mechanisches Schütteln Rückstände lösen, erreichen aber nicht alle Stellen im Inneren. Mundstücke, Dichtungen oder Strohhalme lassen sich damit nur schwer zuverlässig reinigen.

Reinigungstabletten können dagegen über längere Zeit einwirken und den Biofilm sowie Bakterien angreifen. Nach der Einwirkzeit sollten gelöste Rückstände trotzdem mit einer Bürste entfernt und die Flasche gründlich ausgespült werden. Bei stark verschmutzten Flaschen empfiehlt sich besonders gründliches Schrubben mit möglichst heißem Wasser. Entscheidend ist unabhängig von der Methode, dass alle Bereiche erreicht werden.

Reinigen in der Spülmaschine

Ob eine Trinkflasche in die Spülmaschine darf, hängt vom Material und den Herstellerangaben ab. Ist sie ausdrücklich als spülmaschinenfest oder -geeignet gekennzeichnet, sollte die Öffnung weit genug geöffnet sein, damit das Wasser die Innenflächen erreicht. Die Flasche kann kopfüber im unteren Bereich der Spülmaschine platziert werden. Auch Mundstücke, Dichtungen und andere Einzelteile sollten separat so angeordnet werden, dass sie vom Wasser gut erreicht werden. Nach dem Spülgang muss die Flasche vollständig trocknen können.

Wann es Zeit für eine neue ist

Trinkflaschen müssen nicht automatisch nach einer bestimmten Zeit ausgetauscht werden. Entscheidend ist ihr Zustand. Kratzer, Rillen und andere Abnutzungserscheinungen können das Anhaften von Keimen begünstigen und die Reinigung erschweren. Bleiben unangenehme Gerüche oder Ablagerungen trotz gründlicher Reinigung bestehen, ist ein Austausch sinnvoll.

Bereits beim Kauf lohnt sich deshalb ein Blick auf die Reinigungseigenschaften. Modelle mit weiter Öffnung, wenigen Ecken und Kanten sowie leicht abnehmbaren Einzelteilen lassen sich einfacher sauber halten. Eingebaute Strohhalme oder komplizierte Verschlüsse erhöhen dagegen den Reinigungsaufwand. Wer die Flasche bevorzugt in der Spülmaschine reinigt, sollte auf eine entsprechende Herstellerangabe achten. Auch das Material spielt eine Rolle: Edelstahl ist in der Regel langlebiger als Kunststoff und bietet weniger Möglichkeiten für Mikroorganismen, sich festzusetzen.