Unkraut zupfen, Rosen schneiden oder beim Einkaufen helfen: Über die Taschengeldbörse der Plettenberger Seniorenvertretung übernehmen Jugendliche leichte Arbeiten für ältere Menschen. Sie verdienen damit etwas Geld – und im besten Fall entsteht nebenbei ein Kontakt zwischen den Generationen.
Einmal pro Woche kommt die 14-jährige Laura Igel zu Britta Wortmann in die Papenkuhle. Rund zwei Stunden kümmert sich die Realschülerin dort um den Garten. Sie zupft Unkraut, schneidet Rosen und erledigt andere leichte Arbeiten.
Wortmann ist berufstätig und arbeitet in der Pflege. „Gartenarbeit ist so gar nicht meins, außerdem habe ich nach einem Zwölf-Stunden-Arbeitstag keine Lust dazu“, sagt sie. Für Lauras Unterstützung bezahlt sie deshalb gerne.
Mit Mitte 50 gehört Wortmann allerdings nicht zur eigentlichen Zielgruppe der Taschengeldbörse: „Zu unserer Zielgruppe gehören in erster Linie ältere Plettenberger, die Hilfe brauchen“, erklärt Ralph Born von der Seniorenvertretung. Auf der anderen Seite stehen Schüler im Alter von 14 bis 18 Jahren. Sie übernehmen einfache Tätigkeiten im Garten oder Haushalt, erledigen Einkäufe, helfen bei technischen Problemen oder gehen mit einem Hund spazieren.
„Die Arbeit soll nicht zu schwer sein“, betont Born. In der Regel erhalten die Jugendlichen zehn Euro pro Stunde.
Mehr als eine Jobvermittlung
Der Seniorenvertretung geht es nicht allein darum, Hilfe und Taschengeldjobs zusammenzubringen. Die Taschengeldbörse soll auch Kontakte zwischen den Generationen schaffen. „Es ist toll, wenn ein Austausch stattfindet und die Beteiligten voneinander erfahren, wie die Altersgruppen ticken“, sagt Born.
Bei Laura Igel und Britta Wortmann funktioniert die Zusammenarbeit unkompliziert. „Das machen wir ganz flexibel nach Absprache“, erklärt Wortmann. Laura nickt zustimmend. Die 14-Jährige übernimmt den Job gerne. Auf die Taschengeldbörse aufmerksam geworden ist sie durch ihre Zwillingsschwester, die ebenfalls solche Aufgaben übernimmt.
Seit knapp einem halben Jahr betreibt die Seniorenvertretung das Angebot. „Wir haben damit ein früheres Projekt der Freiwilligenzentrale wieder aufgenommen“, erklärt Born. Erfahrungen holten sich die Plettenberger auch aus Herscheid. Dort gibt es bereits seit längerer Zeit eine Taschengeldbörse. Das Herscheider Projekt gehört zur Ehrenamtsbörse Schwungrad; Ute Reisener koordiniert dort die Jugendlichen.
29 Jugendliche warten auf Aufgaben
Mit der bisherigen Entwicklung ist die Plettenberger Seniorenvertretung zufrieden. Aktuell sind 29 Jugendliche registriert. Bedarf sieht Born allerdings auf der anderen Seite: „Es fehlt eher auf der Kundenseite.“
Er möchte deshalb ältere Plettenberger ermutigen, das Angebot zu nutzen. Einige hätten Bedenken, fremde Jugendliche beispielsweise auf das eigene Grundstück zu lassen. „Aber unsere Erfahrungen sind durchweg gut“, sagt Born.
Britta Wortmann kann das bestätigen. Auch ihre Mutter beschäftigt über die Taschengeldbörse eine Schülerin. Dabei gehe es längst nicht immer nur um praktische Hilfe. „Über die Hilfe hinaus hat sie dadurch Gesellschaft. Da wird auch schon mal einfach nur gespielt.“
Damit erfüllt die Taschengeldbörse ein weiteres Ziel der Seniorenvertretung: Sie ergänzt deren generationenverbindende Angebote. Dazu zählen beispielsweise Veranstaltungen rund um „Handy, Tablet und Co.“, bei denen Jugendliche älteren Plettenbergern den Umgang mit digitaler Technik erklären. Auch dort steht der persönliche Austausch zwischen den Generationen im Mittelpunkt.
Für Laura Igel ist dieser Austausch zunächst ganz praktisch: In der Papenkuhle wartet regelmäßig ein Garten auf sie – und nach getaner Arbeit ist ihr Taschengeld ein Stück aufgebessert.









