Junge Menschen wachsen heute in einer Zeit auf, die von globalen Krisen, Konflikten, wirtschaftlichen Herausforderungen und schnellen technologischen Veränderungen geprägt ist. Die Frage, welche Antworten Europa darauf geben kann, stand im Mittelpunkt der fünftägigen Studienfahrt der Leistungskurse Sozialwissenschaften des zwölften Jahrgangs des Anne-Frank-Gymnasiums Halver und der Gesamtschule Kierspe.
Politisches Planspiel in Vlotho
Zum Auftakt besuchten die Schüler die Jugendbildungsstätte des Gesamteuropäischen Studierendenwerks in Vlotho. Dort erhielten sie einen intensiven Einblick in die Geschichte, Entwicklung und Herausforderungen der Europäischen Union. In einem Planspiel übernahmen die Jugendlichen die Rollen europäischer Akteure und erprobten, wie politische Kompromisse zu Themen wie Migration und Klimawandel entstehen, berichtet Martin Müller, Lehrer am Anne-Frank-Gymnasium, in einer Pressemitteilung.
„Europa ist mehr als ein Unterrichtsthema"
Anschließend führte die Fahrt nach Brüssel, wo die Schüler zentrale Institutionen der Europäischen Union besuchten. Im Europäischen Parlament, der EU-Kommission und dem Rat der Europäischen Union konnten sie erleben, wie europäische Politik funktioniert, wie politische Akteure Entscheidungen vorbereiten und wie die EU-Institutionen unterschiedliche nationale Interessen zu gemeinsamen Lösungen zusammenführen.
Neben den institutionellen Einblicken bot Brüssel als vielfältige europäische Metropole die Möglichkeit, Europa als gelebten Alltag zu erfahren. Die Schüler erkannten, dass die Europäische Union weit mehr ist als ein Thema aus dem Unterricht, so heißt es in der Mitteilung weiter. „Sie ist ein politischer und gesellschaftlicher Raum, der gemeinsam gestaltet wird."
Die Verbindung aus fachlicher Vorbereitung in Vlotho und praktischen Erfahrungen in Brüssel vertiefte das Verständnis der Jugendlichen für europäische Zusammenarbeit. Viele nahmen mit, dass politische Prozesse Zeit brauchen, Kompromisse unverzichtbar sind und „Mehr Europa" ein wichtiger Ansatz für die Herausforderungen der Gegenwart sein kann, so Müller.








