Eine mögliche Begrenzung der Geschwister-Scholl-Realschule (GSR) auf vier Eingangsklassen könnte dazu führen, dass Plettenberger Jugendliche keinen Platz an der Realschule in ihrer Heimatstadt bekommen. Darauf hat Schulleiter Oliver Held bei einem Besuch von Mitgliedern der SPD-Ratsfraktion hingewiesen.
Die Sozialdemokraten informierten sich in der Schule über den Stand der Bauarbeiten, die Unterbringung von Klassen in Containern während der Bauzeit und die von der Stadtverwaltung favorisierte Begrenzung der Schule auf Vierzügigkeit.
Held betonte, dass er verpflichtet und gewillt sei, die Vorgaben der Stadt Plettenberg als Schulträgerin umzusetzen. Bei den derzeitigen Anmeldezahlen hätte eine Begrenzung auf vier Eingangsklassen allerdings Konsequenzen. Dann müsse über die Aufnahme per Los entschieden werden.
„Dabei darf es keine Unterschiede bei der Auswahl geben, was zur Folge hätte, dass Plettenberger Jugendliche nicht in Plettenberg zur Realschule gehen können“, erklärte Held.
140 Anmeldungen für das laufende Schuljahr
Da es in Herscheid und Werdohl keine Realschulen gibt, besuchen auch zahlreiche Jugendliche aus den Nachbarkommunen die GSR. Für das laufende Schuljahr habe die Schule 140 Anmeldungen erhalten, berichtete Held. Rund zwei Drittel davon seien aus Plettenberg gekommen, etwa ein Drittel aus der Nachbarschaft.
SPD-Ratsmitglied Dr. Peter Schmidtsiefer kritisierte vor diesem Hintergrund die Überlegungen der Stadtverwaltung. „Das ist eine kurzsichtige Sichtweise auf Schule“, sagte er. Eine Begrenzung könne dazu führen, dass Plettenberger Kinder auf andere Schulformen oder Schulen außerhalb der Stadt ausweichen müssten. „Unsere Schulen tragen zur Attraktivität Plettenbergs bei. Das funktionierende System sollte nicht gestört werden.“
Schmidtsiefer geht zudem davon aus, dass die Anmeldezahlen künftig wieder sinken werden. „Für mich ist das Sparen am falschen Ende.“
Auch Dirk Finder sprach sich dafür aus, die Möglichkeit einer Fünfzügigkeit zu erhalten: „Die Möglichkeit der Fünfzügigkeit ermöglicht es, mehr Schüler aus Plettenberg unterzubringen.“
Bauarbeiten verlangen Flexibilität
Die laufenden Arbeiten am Schulgebäude stellen die Schule nach Angaben Helds vor organisatorische Herausforderungen. Der Schulbetrieb erfordere unter diesen Bedingungen Flexibilität und Kreativität. Positiv sei die personelle Situation: Das Kollegium sei vollständig besetzt. Von den rund 60 Lehrkräften seien 31 innerhalb der vergangenen drei Jahre neu an die GSR gekommen.
Einen deutlichen Rückgang verzeichnet die Schule dagegen bei der Übermittagsbetreuung. Seit diesem Schuljahr zahlen Eltern monatlich 37 Euro für die pädagogische Betreuung sowie 64 Euro für die Mittagsverpflegung. Nach Angaben der Schule wird das Angebot seit Einführung der Beiträge deutlich weniger genutzt.
Verbesserungen sind für den Pausenbereich geplant. Noch in diesem Jahr soll der Schulhof zusätzliche Sitzgelegenheiten und Bewegungsangebote erhalten.
728 Schüler an der GSR
Insgesamt besuchen derzeit 728 Schüler die Geschwister-Scholl-Realschule. Darunter sind nach Angaben des Schulleiters 59 Förderschüler. „Wir sind eine Schule des gemeinsamen Lernens. Das klappt ganz hervorragend“, sagte Held.
Die SPD-Ratsmitglieder zogen nach ihrem Besuch ein positives Fazit zur Arbeit der Schule. „An der Realschule wird sehr engagierte und gute Arbeit geleistet. Das will die SPD auch weiterhin unterstützen“, erklärte Schmidtsiefer.










