Das Kreativ-Quartier Wippermann steht vor seinem finalen Entwicklungsschritt. Der Investor Klaus Schulze-Langenhorst übernimmt das letzte Drittel des Areals und plant dort ein Boardinghouse sowie barrierefreien Wohnraum. Dafür nimmt der Investor einen siebenstelligen Betrag in die Hand.

Nach dem Denkhof und der Ponywiese ist nun auch der verbliebene Teil des Wippermann-Geländes im Herzen von Halver vergeben. Diese Möglichkeit zeichnete sich nach einer Machbarkeitsstudie des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA) ab, die die Stadtverwaltung im Jahr 2024 in Auftrag gegeben hatte. Die Analyse bestätigte den Bedarf an flexiblen Übernachtungs- und Wohnangeboten. Ebenso hatte Simon Thienel, Erster Beigeordneter und Kämmerer, vor der Ausschreibung einen Studierenden-Wettbewerb für eine Ideenfindung zur Entwicklung des letzten Meilensteins des Quartiers initiiert mit bemerkenswerten Ergebnissen.

Wohnen auf Zeit und barrierefreie Wohnungen

Das geplante Boardinghouse richtet sich vor allem an Geschäftsreisende, Fachkräfte von Halveraner Unternehmen sowie Touristen und Radfahrer. Neben dem „Wohnen auf Zeit“ sollen auf dem Grundstück dauerhafte, hochwertige und barrierefreie Wohnungen entstehen. Auch die gastronomische Infrastruktur im Umfeld soll von den neuen Gästen profitieren.

Neben der Bebauung spielt die städtebauliche Anbindung eine zentrale Rolle: Das Areal soll künftig eine durchgängige, fußläufige und fahrradfreundliche Verbindung zwischen dem Kulturbahnhof und der Frankfurter Straße bieten.

Vertrauensvolle Gespräche gaben den Ausschlag

Investor Schulze-Langenhorst, Gründer und Geschäftsführer der SL Naturenergie, die in Halver gerade eine Windkraftanlage bei Schöneberge baut und drei weitere bei Glörfeld plant, begründet seine Entscheidung neben der zentralen Lage vor allem mit der Ausrichtung des Projekts: Die Revitalisierung der Industriebrache habe ihn überzeugt. Zudem hob er die pragmatischen und vertrauensvollen Verhandlungen mit der Stadtspitze um Bürgermeister Armin Kibbert und den zuständigen Beigeordneten Simon Thienel hervor.

Für die Stadtverwaltung schließt sich mit dem Verkauf eine jahrelange Planungsphase. Thienel zeigte sich erfreut, dass das Areal nun vollständig entwickelt wird. Neben dem städtebaulichen Impuls verspricht sich die Stadt mittelfristig auch positive Effekte für die kommunalen Finanzen. Vor seinem Wechsel nach Schwelm konnte er damit städtebaulich den Lückenschluss der innerstädtischen Achse auf den Weg bringen.