Beim Zukunftsgespräch der Dorfpaten kamen zahlreiche Themen auf den Tisch: Veranstaltungen wie ein Dorftrödel, eine Taschengeldbörse und ein Krippenwanderweg sollen aus Rönsahl ein lebendiges Dorf machen.
Die Zukunft der Servatiuskirche überschattete das Zukunftsgespräch. Dazu trafen sich die Dorfpaten am Mittwoch, 6. Mai, in der historischen Brennerei. Auf der einen Seite standen die Rönsahler rund um die Dorfpaten Karl-Friedrich und Regina Marcus, die zudem ehrenamtliche Küsterin in der Servatiuskirche ist. Auf der anderen Seite bemühten sich die Presbyterinnen Anja Rentrop und Brigitte Dendra um eine Versachlichung der Diskussion.
"Das können wir uns nicht leisten"
Die Präsentation von Karl-Friedrich Marcus zeichnete ein Worst-Case-Szenario: Keine Gottesdienste mehr in Kierspes größtem Ortsteil, keine Trauerfeiern mehr, kein Singen unter der Eiche und kein Glockengeläut. Den Presbyteriumsmitgliedern war anzusehen, dass auch ihnen die Diskussion nahe ging.
Einig waren sich Presbyter und Dorfpaten in ihrer Feststellung: „Die Zeiten haben sich geändert“. Nach einer längeren Diskussion zwischen Bernd Stubenrauch und Karl-Friedrich Marcus versuchte auch Ortsbürgermeister Holger Scheel (CDU) die Gespräche auf eine sachliche Ebene zurückzuführen.
Brigitte Dendra, Finanzkirchmeisterin der evangelischen Kirche, stimmte ihm zu: „Es sind alle Lösungen schlecht“, aber die Landeskirche habe eine Frist gesetzt, in der das Haushaltsdefizit verbessert werden muss. Eine Lösung für die Servatiuskirche wurde auch bei dieser Veranstaltung nicht gefunden.
Dorfpaten-Projekte kommen gut an
Auf der Veranstaltung ging es jedoch nicht nur um die Servatiuskirche. Kephas Gatzen stellte einige neue Projekte der Dorfpaten vor. Das erste Projekt steht im kommenden Monat an: der Dorftrödel am 20. Juni. Von 10 bis 17 Uhr "verwandelt sich das idyllische Rönsahl in einen großen Trödelmarkt unter freiem Himmel."
Der große Unterschied zu einem normalen Trödelmarkt: Statt auf einem großen Platz stehen die Stände bei den einzelnen Verkäufern zu Hause vor dem Haus. Anhand einer interaktiven Dorfkarte im Internet oder einer gedruckten Version sind sämtliche Händler sowie die teilnehmenden Cafés und Restaurants zu finden. Die Anmeldung ist unter troedel.roensahl.de möglich, am Veranstaltungstag wird dort auch die Karte veröffentlicht.
Taschengeldbörse soll zeitnah beginnen
Weitere Themen auf der Veranstaltung waren unter anderem die Taschengeldbörse oder das Weihnachtsdorf. Die Taschengeldbörse, ebenfalls im Web unter tgb.roensahl.de zu finden, soll kleinere Aufträge wie einkaufen gehen, Babysitting oder Rasen mähen niederschwellig an Jugendliche vergeben. Sie wird zeitnah online gestellt. Zudem sollen Aufträge auch über einen Anrufbeantworter eingestellt werden können, gerade für die weniger technikaffine Bevölkerung.
Deutlich länger ist es bis zum geplanten Start des Weihnachtsdorfes. Ein Krippenweg soll quer durch das Dorf mit zahlreichen Krippen in den Vorgärten führen. „Wir hatten überlegt, uns da mit den Organisatoren des Weihnachtsmarkts auszutauschen. Wir wollen keine Konkurrenzveranstaltung machen“, betonte Gatzen. Unterstützung bekam er von Scheel. Dieser merkte zwar an, dass eine gewisse Menge an Krippen im zusammenhängenden Ortsteil zusammenkommen muss, damit eine Wanderung von Krippe zu Krippe möglich sei, aber auch er stand der Idee positiv gegenüber. „Wenn wir es nicht probieren, dann passiert nichts“, machte auch Karl-Friedrich Marcus deutlich.
Für viele der Aktionen suchen die Dorfpaten noch Unterstützer. Da sie nicht als Verein organisiert sind, müssen für die einzelnen Projekte oftmals auch neue Mitstreiter gefunden werden, die Einstiegshürde ist jedoch gering. Informationen gibt es auf der Website unter www.roensahl-digital.de.









