Zehn umfangreiche Bewertungskriterien mussten Marie und Sven Rothhardt nachweisen, ehe sie das Zertifikat zum "Qualifizierten Ausbildungsbetrieb" erteilt bekommen haben. Am Dienstag, 21. Juli, überreichte Reiner Schopen, Vorsitzender des NRW-Landesverbandes des Verbands der Köche Deutschlands, das Zertifikat vor Ort.
"Ich kenne viele Betriebe, die früher ausgebildet haben, die es heute nicht mehr machen", erklärt Sven Rothhardt. Er hat das Restaurant neben der historischen Brennerei in Rönsahl vor rund vier Jahren neu eröffnet. Etwa 40 Jahre lang haben seine Eltern den Betrieb geführt, zwischendurch wurde das Gebäude durch die Lebenshilfe genutzt.
Zahlreiche Vorteile im Koch-Beruf
Für Sven Rothhardt ist es selbstverständlich, dass er angehende Köche ausbildet. "Work-Life-Balance ist natürlich wichtig", wirft er ein, erklärt jedoch die Vorteile des Berufs. Während andere am freien Sonntag nicht viel erledigen können, haben die Mitarbeiter im Restaurant Montag und Dienstag frei und können an diesen Tagen zum Beispiel Behördentermine oder Einkäufe erledigen. "Irgendwie ist unser Beruf in den letzten Jahren madig geredet worden, der Beruf hat viele Vorteile", resümiert er.
Seine Frau Marie stimmt ihm zu: "In der Gastro ist das wie eine Familie, da hält man zusammen." Daher sei es auch schon vorgekommen, dass einer der beiden Inhaber die Auszubildende nach Feierabend nach Hause gefahren hat, wenn sonst kein Bus mehr in Rönsahl fährt. "Wenn man jemand hat, der gute Arbeit leistet, dann will man den ja auch behalten", erklärt Marie Rothhardt.
Die aktuelle Auszubildende wechselt im Sommer ins dritte Lehrjahr. Zurzeit suchen die Betreiber nach einem neuen Auszubildenden zum Koch, der auch noch in diesem Jahr starten könnte. Neben der Ausbildung im Betrieb findet der Theorieteil im Berufskolleg Gummersbach-Dieringhausen statt. Die Qualität der Ausbildung bescheinigt das neue Zertifikat, das nicht nur im Restaurant, sondern als Plakette auch gut sichtbar von außen am Gebäude angebracht wird.
Zertifikatsübergabe durch Verbandsvorsitzenden
Unter anderem die Förderung von Teilnahmen an Berufswettkämpfen, die frühzeitige Freizeitplanung und eine mindestens tarifliche Bezahlung sind Voraussetzung, um das Zertifikat zu bekommen. Auch die Auszubildenden werden in die Vergabe des Zertifikates mit einbezogen, erklärt Reiner Schopen.
Er ist Vorsitzender des Landesverbandes NRW des Verbands der Köche Deutschlands, der die Auszeichnung vergibt. Für die Übergabe war er eigens nach Rönsahl angereist und erlebte selbst, wie es um die ÖPNV-Anbindung des Ortes bestellt ist. Aus diesem Grund macht auch er Werbung für die Ausbildung im Kochhandwerk. Auch wenn sie das ein oder andere Hindernis bereithält, können sich weder Rothhardt noch Schopen einen schöneren Beruf vorstellen.








