Ein kleine Hebelbewegung, ein sattes „Plopp“ oder dezentes „Zisch“, derKronkorken landet im Müll und der gerade bei Hitzegraden erquickende Flascheninhalt im Magen. „Ex und hopp“ – dieser alte Werbeslogan für Einwegflaschen kann mit neuem Inhalt gefüllt werden, bei dem es um Sammeln statt Entsorgen geht: „Kleine Deckel – große Hilfe“ ist Titel der Aktion, die die Meinerzhagener Psychotherapeutin Dr. Barbara Wüst gestartet hat.
Kleine Masse, große Wirkung
Seit vier Wochen läuft die Sammlung, die von den Rotary-Clubs zwischen Meinerzhagen, Essen und Minden getragen wird. In jedem der 92 Clubs in dem Städtedreieck gibt es eine zentrale Sammelstelle für die Kronkorken.
Ein Flaschenverschluss aus Weißblech wiegt nur etwa 0,2 Gramm. Aber mit 1000 Kronkorken lässt sich schon eine Polio-Impfung bezahlen. „Es geht um den Schrottwert von Weißblech“, erklärt Barbara Wüst. Da schon viele Kronkorken sammeln, war das für sie ein Ansatzpunkt, die Aktion zu starten.
„Das ist ein Herzensthema von mir“, sagt sie. Als Ärztin in der Klinik hatte sie vor Jahren ein Kind an Windpocken sterben sehen. Wie Polio eine Erkrankung, die sich „unglaublich schnell in der Bevölkerung verbreitet“, so die Medizinerin. Impfungen seien ein probates Mittel.
Daher sind Großveranstaltungen wie Schützenfeste oder Konzerte, die gerade im Sommer Konjunktur haben, für die Initiatorin auch ein Freudenfest: Nach dem Schützenfest in Meinerzhagen standen 55 Kilogramm Kronkorken vor ihrer Tür.
„Kinderlähmung kann gut ausgerottet werden“
Private Sammler können die kleine Blechverschlüsse bei verschiedenen Sammelstellen abgeben. Sie machen durch entsprechende Aushänge auf sich aufmerksam. Sammelstellen in Meinerzhagen sind die Praxis von Barbara Wüst oder das Bettenhaus Lienenkämper.
Zunächst soll die Aktion bis zum Welt-Polio-Tag am 24. Oktober auf der Zeche Zollverein in Essen laufen. Das Unesco-Welterbe ist für den Rotary-Club auch „der perfekte Ort für unsere weltweite Mission zur Ausrottung von Polio“. Die Kinderlähmung „kann gut ausgerottet werden“, ist Barbara Wüst zuversichtlich, dass sich die Mühe lohnt.
Profitieren können auch Sammler: Ein QR-Code auf Flyern und Sammelbehältern führt beim Scannen zu Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO), mit Tipps, welche Impfungen für wen sinnvoll sind. Eine Win-Win-Situation also für alleBeteiligten.









