Weit über 100.000 Menschen haben am Aktionstag (21. September) der IG Metall zur Zukunft der Auto- und Autozuliefer-Industrie in Deutschland teilgenommen. Im Märkischen Kreis beteiligten sich mehr als 3000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an einer Unterschriftenaktion für die heimische Zulieferindustrie beteiligt.
In Iserlohn haben sich unter anderem die Belegschaften der Betriebe Kirchhoff-Witte sowie Risse und Wilke beteiligt. Alleine bei Kirchhoff-Witte konnten IG Metall und Betriebsrat etwa 200 Unterschriften einsammeln. Bereits am Freitagnachmittag fand eine Betriebsversammlung statt, auf der die IG Metall auf die Zustände in der Zulieferindustrie hingewiesen hat.
Im Raum Lüdenscheid und Nachbarstädte haben sich unter anderem die Belegschaften der Betriebe Kostal Automobil-Elektrik, Kostal Kontakt Systeme, Gerhardi Kunststofftechnik und Linamar Halver an der Unterschriftenaktion beteiligt. Über 1000 Unterschriften konnten die Kolleginnen und Kollegen auf den Bannern der IG Metall sammeln.
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In Meinerzhagen hat sich unter anderem die Belegschaft der Firma Otto Fuchs KG an der Unterschriftenaktion beteiligt. Betriebsrat und Vertrauensleute der IG Metall sammelten an einem Infostand auf dem Werksgelände mehrere Hundert Unterschriften aus der Belegschaft, um die Bedeutung des Anliegens hervorzuheben.
In Plettenberg haben sich unter anderem die Belegschaften der Firmen Linamar, OSO Precision und Prinz GmbH an der Unterschriftenaktion beteiligt. Aktive Kolleginnen und Kollegen sammelten mehrere hundert Unterschriften aus der Belegschaft.
In Neuenrade hat sich unter anderem die Belegschaft der Firma ALCAR Leichtmetallräder an der Unterschriftenaktion beteiligt. Über 100 Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter haben Aktion und Aufruf der IG Metall unterstützt.
Fabian Ferber, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Märkischer Kreis, fordert von Automobilherstellern und politisch Verantwortlichen Maßnahmen zum Schutz der heimischen Zulieferindustrie: „Unsere Betriebe sind darauf ausgelegt, pünktlich, viel und in hoher Qualität Zulieferteile zu liefern.
Mangel an Investitionen in Technologien und Belegschaften
Es schützt die Wertschöpfungskette und damit die Zulieferindustrie nicht, wenn die deutsche Automobilindustrie stärker die Interessen von Aktionären bedient als die Sicherheit der Lieferkette. Schaut man sich an, wie hoch die Ausschüttungen von Dividenden bei VW, Mercedes und BMW in den letzten Jahren gewesen ist, scheint man ja doch noch Geld verdienen zu können in der Auto-Branche. Gleichzeitig mangelt es an Investitionen in Technologien und Belegschaften.
Deutsche Zulieferstandorte brauchen Sicherheit
Parallel setzt man auf China und auch auf die USA. Das ist unverantwortlich, wenn man sich anschaut, in welchem Maße die Amerikaner mit hohen Zöllen unsere Wirtschaft angreifen und der chinesische Staat mit Subventionen für unfairen Wettbewerb sorgt. Die deutschen Zulieferstandorte brauchen Sicherheit. Sie brauchen hohe Stückzahlen, damit sich der Betrieb der heimischen Betriebe rechnet. Und sie brauchen die Zusage der hiesigen Automobilhersteller, dass sie ein Interesse an Zulieferung Made in Germany haben.“
Autoindustrie muss strategisch umsteuern
In den letzten Jahren hätten insbesondere Berater und Experten dazu geraten, nur noch Autos mit hohen Gewinnmargen je produziertem Auto zu produzieren. Dies seit volkswirtschaftlich hochriskant, sagt Fabian Ferber. „Wenn weniger Autos gebaut werden, werden auch weniger Zulieferteile benötigt. Werden weniger Zulieferteile benötigt, sinkt die Auslastung unserer Werke – und die fahren nur Gewinne ein, wenn die Auslastung hoch ist. Wenn sich die Autoindustrie nicht weiter von anderen Mächten abhängig machen will, muss sie endlich strategisch umsteuern.“









