Zum Start des neuen Ausbildungsjahres verzeichnet die Arbeitsagentur im Märkischen Kreis noch 843 offene Ausbildungsplätze. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) weist darauf hin, dass Jugendliche vor allem auch im Gastgewerbe, in der Lebensmittelindustrie und im Bäckerhandwerk noch Chancen auf eine Lehrstelle haben.
Offene Stellen in Hotels, Industrie und Bäckereien
In Hotels, Restaurants und Gaststätten warten aktuell 27 freie Ausbildungsplätze auf Bewerber, die Lebensmittelindustrie im Märkischen Kreis sucht zwölf Auszubildende und auch Bäckereien bieten noch acht Jugendlichen eine Ausbildung an — am Backofen genauso wie am Verkaufstresen.
Zügige Bewerbung statt Gelegenheitsjobs
Isabell Mura empfiehlt Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz, die kommenden Wochen aktiv zu nutzen: „Die meisten Betriebe sind da flexibel: Die Ausbildung muss nicht pünktlich am 1. August anfangen. Auch im September und selbst im Oktober geht da oft noch was.“ Die Geschäftsführerin der NGG Südwestfalen rät Jugendlichen, nicht auf Gelegenheitsjobs zu setzen, sondern auf einen Ausbildungsvertrag: „Wer sich in Betrieben später weiterentwickeln will, der braucht eine solide Ausbildung als Fundament. Die drei Jahre Ausbildung sind gut investiert.“
Worauf Bewerber beim Betrieb achten sollten
Dabei rät Mura Jugendlichen, Ausbildungsbetriebe genau zu prüfen. Die Vergütung müsse stimmen – vorzugsweise sollten sich Bewerber für einen Betrieb entscheiden, der nach Tarif zahlt. Zudem sollten sie auf eine bestehende Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) achten: „Das ist eine Art ‚Jugend-Betriebsrat‘, der sich für die Interessen der jungen Belegschaft stark macht und zum Beispiel darauf achtet, dass der Rahmenplan für die Ausbildung auch eingehalten wird“, erklärt Mura.
Dieser sei wichtig, damit Auszubildende nicht ausgenutzt würden: „Denn was bringt es, wenn man mit Arbeiten zugeschüttet wird, die mit der Ausbildung selbst wenig oder nichts zu tun haben?“, so Isabell Mura. So sollten angehende Bäckereifachverkäuferinnen beispielsweise darauf achten, nicht nur „zum Brötchenschmieren im Hinterzimmer“ abgestellt zu werden: „Sie müssen vor allem in den Verkauf und an die Kasse, denn der kaufmännische Teil gehört fest zu ihrer Ausbildung.“








