Tausende Schnitte, monatelange Arbeit und Holz, das vor den Augen des Betrachters beinahe in Bewegung gerät: Daniel Fuchs begeisterte mit seinen außergewöhnlichen Reliefs zahlreiche Besucher im Lüdenscheider Berg-Loft.

Ein voller Erfolg war für die veranstaltende Galerie Schmidt am Samstagabend die Ausstellung der beeindruckenden Holzreliefs des Künstlers Daniel Fuchs. In dem zur Galerie umfunktionierten Berg-Loft an der Lüdenscheider Gustav-Adolf-Straße 4 drängten sich die Kunstinteressierten dicht an dicht. Schon vor der eigentlichen Eröffnung durch Nadja Schmidt-Widua und noch bevor Moderatorin Beate Schmies im Gespräch mit Daniel Fuchs die Ideen und Visionen des Künstlers deutlich werden ließ, hatten sich viele Besucher in den Ausstellungsräumen, vor denen sich zeitweise lange Schlangen bildeten, umgesehen.

Die Vernissage war gleichzeitig eine Finissage. Denn die Ausstellung beschränkte sich auf diesen einen Abend, was für die Präsentation von Kunst eher ungewöhnlich ist. Für Daniel Fuchs jedoch nicht. Seine Ausstellungen sind häufig nur für einen Tag angesetzt. Kunst müsse man nicht wochenlang präsentieren, meint der Künstler. Entweder gehe die Magie seiner Arbeiten auf den Betrachter über oder eben nicht. Am Samstag ging sie auf die Ausstellungsbesucher über. Daniel Fuchs’ Arbeiten zogen die Menschen in ihren Bann. Sie wurden nicht nur bewundert und bestaunt. Sie wurden auch gekauft.

Arbeiten aus dem lebendigen und warmen Material Holz haben es schon immer leicht gehabt, eine emotionale Verbindung zum Betrachter herzustellen. Das gilt für die Werke von Daniel Fuchs umso mehr. Aus schlichten Holzplatten entstehen faszinierende dreidimensionale Wandobjekte, die sich vor dem Auge des Betrachters zu bewegen scheinen, sie werden lebendig. Der Ausstellungstitel übertreibt nicht: „Erhebung – Fünfzehntausend Schnitte für eine neue Dimension“. Manchmal sind tatsächlich 15.000 Schnitte nötig, bis ein Werk fertig ist, an dem der Künstler bis zu einem Jahr arbeitet. Tiefe und Struktur zeichnen seine Reliefs aus, die das Rustikale des Holzes mit dem emotionalen Erleben verbinden. Denn „am Anfang steht immer eine Vision“, betont er.

Ein Bild von der Person Daniel Fuchs zeichnete Moderatorin Beate Schmies im Gespräch mit dem Künstler. Der heute 52-Jährige, im thüringischen Greiz aufgewachsen, erlernte zunächst den Beruf des Schornsteinfegers, arbeitete später als Dachdecker, Elektriker und Büroassistent. Der Umgang mit Holz habe ihn schon früh fasziniert. Tischler, sein eigentlicher Berufswunsch, sei er zum Glück nicht geworden und somit vom Zwang erlernter Techniken verschont geblieben. Stattdessen habe er sich als Autodidakt mit der Bearbeitung von Holz beschäftigt und nach und nach seine ganz eigene Technik entwickelt.

Nach dem Kunstabend im Berg-Loft sind ausgewählte Arbeiten von Daniel Fuchs noch bis zum 17. Oktober 2026 zu sehen.