Auch wenn aktuell das Wetter noch nicht zum Schwimmen im Freibad einlädt, gehen die Vorbereitungen in der Herpine zügig voran. Damit zur Eröffnung am Sonntag, 3. Mai alles für die Badegäste fertig ist. Philipp Hutt, Geschäftsführer der Herpine GmbH und Dieter Peukert als Mitglied des Fördervereins berichten im Gespräch mit LokalDirekt, welche Arbeiten noch anstehen.

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Ungeplante Reparaturen kosten viel Geld

"In der kommenden Woche werden die Fugen der Beckenwände im Schwimmerbereich repariert. Die sind noch von 2014 und müssen überarbeitet werden", beginnt Philipp Hutt die Aufzählung. "Teurer wird wohl der Austausch eines Rutschenelements. Daher haben wir einen Förderantrag bei der Sparkasse gestellt. Außerdem braucht die Pumpe der Rutsche auch noch eine neue Steuerung." Die finanziell aufwendigste Reparatur wird die Steuerung der Gesamtpumpenanlage darstellen. "Was genau da auf uns zukommt, wissen wir noch nicht", sagt Hutt. Insgesamt geht er aber von rund 30.000 Euro für die ungeplanten Investitionen bis zur Eröffnung der Herpine aus.

"In den letzten Jahren haben wir große Umbauarbeiten durchgeführt. Jetzt müssen wir erst mal sehen, dass die Investitionen wieder reinkommen und Ruhe einkehrt", sagt Peukert. "Und wir müssen die Pflege der Anlage vorantreiben."

Die Grundarbeiten, die für die Eröffnung nötig sind, sind aber bereits erledigt. Der Rasen ist gemäht, die Volleyball-Anlagen warten auf die ersten Spieler und das Becken ist gesäubert. Bereits seit einiger Zeit läuft das Wasser in das große Becken. Bei einer Wasserfläche von 4.500 Quadratmetern dauert es ungefähr vier Wochen, bis das Becken voll ist. "Das hängt ganz davon ab, wie viel Wasser vorhanden ist", sagt Hutt.

Zwei Männer stehen vor einem Becken mit einem Kinderspielplatz im Hintergrund. Sie scheinen die Bauarbeiten zu überwachen.
Philipp Hutt (l) und Dieter Peukert haben den Überblick über die bis zur Eröffnung noch anstehenden Arbeiten in der Herpine.
Foto: Gerdel

Großes Programm zur Eröffnung

Alle Beteiligten sind aber zuversichtlich, dass zur Eröffnung am Sonntag, 3. Mai, alles fertig sein wird. Dann wird um zehn Uhr das Eingangs-Rolltor geöffnet und die Besucher können sich einen Platz auf dem 30.000 Quadratmeter großen Gelände suchen. Zum Programm gehören schon traditionell die Auftritte der Landsknechte, die ab 11.30 Uhr in mehreren Sequenzen über die gesamte Mittagszeit verteilt spielen werden.

Offiziell wird es dann um 12 Uhr, wenn Bürgermeister Armin Kibbert und Stadtkämmerer Simon Thienel die Saison eröffnen. Letzterer möchte das mit einem beherzten Sprung ins Wasser tun. Ab 12.15 Uhr ist das Becken für jeden geöffnet. Wem das Wasser noch zu kalt ist, kann sich auch im Neopren-Anzug ins Nasse wagen.

Dabei können auch gleich verschiedene Wassersportarten ausprobiert werden. Mit dem Verein Kanufreunde Wipperfürth/Oberberg wird den Besuchern die Möglichkeit eröffnet, sich auch mit Kanus und Stand-Up-Paddling-Brettern aufs Wasser zu wagen.

Auch im Vorjahr konnte die Herpine zur Eröffnung mit Kanus befahren werden.

Ab 11 Uhr gibt es Thüringer Würstchen vom Holzkohlegrill - mit Brötchen oder Kartoffelsalat. Passend dazu wird ein zünftiges Bier vom Fass angeboten. Wer es lieber süß mag, kann sich auch am großen Kuchenbuffet einen selbstgebackenen Kuchen oder eine Waffel kaufen. Dazu gibt es einen Kaffee an einem der frühlingshaft dekorierten Tische - und einem gemütlichen Nachmittag steht somit nichts mehr im Wege. Auch der Herpine-Kiosk wird neben Pommes und Currywurst sein bekanntes Angebot im Verkauf haben.

Öffnungszeiten je nach Wetterlage

Nach der Eröffnung ist die Herpine bis in den Spätsommer täglich ab neun Uhr geöffnet. "Die Schließungszeiten machen wir jeden Tag aufs Neue vom Wetter abhängig", erklären Philipp Hutt und Dieter Peukert. "Wenn es besonders schön ist, und noch viele Leute da sind, können wir durchaus über die normale Schließzeit von 20 Uhr hinaus geöffnet bleiben. An Schlechtwettertagen behalten wir uns aber auch vor, das Bad früher zu schließen", erklären sie das Prozedere. Peukert rät allen, die erst zum Nachmittag oder frühen Abend in die Herpine kommen wollen, sich vorab über die Homepage zu erkundigen, wie lange das Bad an dem jeweiligen Tag geöffnet bleiben wird.

Dort sind auch die Eintrittspreise aufgelistet, die zu Saisonbeginn moderat steigen werden. Wie hoch genau die Steigerung sein wird, verraten Hutt und Peukert im Gespräch mit LokalDirekt noch nicht, sondern sie verweisen auf die Homepage. "Die Saisonkarten können aber im Vorverkauf zwischen dem 30. April und dem 3. Mai weiterhin zum Vorzugspreis von 50 Euro pro Person erworben werden. Daran ändert sich nichts", verspricht Peukert, der hofft, dass möglichst viele Halveraner diese Chance nutzen werden. "Umgerechnet für nicht mal fünf Euro pro Monat können dann den gesamten Sommer über die vielen Möglichkeiten, die die Herpine bietet, genutzt werden."

Für alle anderen Eintrittskarten bleibt den Herpine-Betreibern nichts anderes übrig, als die Preise den gestiegenen Kosten entsprechend anzupassen. "Die Kosten für den Unterhalt der Herpine müssen gedeckt werden", sagt Peukert. Er ist sich aber auch sicher, dass die Leistungen, die die Herpine bietet, den aufgerufenen Preis auf jeden Fall rechtfertigen.

Herpine – Waldfreibad Halver Quelle: Marvin Schüle

Verkauf von mehr Saisonkarten könnte Großteil der Kosten abdecken

"Es bleibt uns ja auch nichts anderes übrig", sagt Dieter Peukert. "Wir müssen die Eigenfinanzierung auf eigene Füße stellen, um den Erhalt der Herpine nachhaltig für die nächsten Jahre zu sichern. Denn die Herpine gehört zum Halveraner Stadtbild einfach dazu!" Dabei rechnet er vor: "Halver hat 17.800 Einwohner, wenn davon 5000 eine Saisonkarte kaufen würden, wären die Kosten zum großen Teil abgedeckt." Aktuell sind 1200 Saisonkarten im Umlauf, aber das reicht nicht. "Früher haben Firmen Saisonkarten als Geschenk für die Mitarbeiter gekauft. Das ist zurückgegangen und es wäre schön, wenn diese Idee in den Betrieben wieder aufgegriffen würde", wünscht sich Peukert.

Eine weitere Möglichkeit, die Herpine zu unterstützen, ist die Mitgliedschaft im Freundeskreis. Dabei geht es nicht unbedingt um körperliche Arbeiten, die die Mitglieder verrichten, sondern auch um die finanzielle Unterstützung, die die Mitgliedschaft beinhaltet. Auch Mini-Jobber, die an der Kasse, am Kiosk oder als Rettungsschwimmer arbeiten, werden noch gesucht.

Würden es die finanziellen Mittel hergeben, wünscht sich Philipp Hutt als weiteres Highlight für die Herpine die Möglichkeit, Wohnmobil-Stellplätze oder sogar Tiny-Häuser anzubieten, sodass die Herpine auch Gäste aus weiterer Entfernung anlockt, die dann dort auch übernachten könnten.