Drei ehrenamtliche Initiativen aus Lüdenscheid, Kierspe und Iserlohn haben beim Heimatpreis 2026 des Märkischen Kreises überzeugt. Den ersten Platz und 5000 Euro erhält der Förderverein Schmiedemuseum Bremecke. Die Dorfpaten Rönsahl und der Förderverein Kapelle & Pavillon Ortlohnpark teilen sich den zweiten Platz. Insgesamt gingen 16 Bewerbungen ein.
Heimat wird von Menschen gestaltet
Heimat bewahren, Gemeinschaft stärken und historische Orte wiederbeleben: Die drei ausgezeichneten Projekte zeigen die unterschiedlichen Facetten ehrenamtlichen Engagements im Märkischen Kreis. Bei der Preisverleihung im Ständesaal des Kreishauses Altena würdigte Landrat Ralf Schwarzkopf den Einsatz der Initiativen.
„Der Heimatpreis macht die Vielfalt des ehrenamtlichen Engagements im Märkischen Kreis sichtbar“, sagte Schwarzkopf. Die Projekte reichten von der Wiederbelebung eines historischen Ortes über die Vernetzung eines ganzen Dorfes bis zum Einsatz für ein bedeutendes Industriedenkmal. „Alle drei Projekte zeigen, dass Heimat von Menschen gestaltet wird, die Verantwortung übernehmen und sich für ihre Region einsetzen.“
Der Heimatpreis wird vom Land Nordrhein-Westfalen unterstützt. Eine Jury aus Mitgliedern der Kreistagsfraktionen, Vertretern der Kreisverwaltung und sachkundigen Bürgern wählte die Preisträger aus. Die beiden Zweitplatzierten erhalten jeweils 2500 Euro.
Bremecker Hammer soll wieder lebendig werden
Der Förderverein Schmiedemuseum Bremecke überzeugte die Jury mit seinem Einsatz für den Bremecker Hammer in Lüdenscheid-Brüninghausen. Das historische Industriedenkmal musste wegen seines baulichen Zustands vor mehr als zehn Jahren schließen.
Seit der Wiederbelebung des Fördervereins im Jahr 2024 arbeitet das ehrenamtliche Team an Perspektiven für die künftige Nutzung und daran, die Geschichte des Schmiedehandwerks wieder stärker ins Bewusstsein zu rücken.
Auch wenn das Gebäude noch nicht öffentlich zugänglich ist, laufen bereits Projekte. Unter anderem kooperiert der Verein mit dem Berufskolleg für Technik. Bei einer Projektwoche unterstützen angehende Techniker die Restaurierung historischer Objekte. Langfristig soll der Bremecker Hammer wieder zu einem Lern-, Kultur- und Erinnerungsort werden.
Dorfpaten vernetzen Rönsahl
Die Dorfpaten Rönsahl entstanden 2024 aus der Organisationsgruppe für den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Sie verstehen sich als Bindeglied zwischen Vereinen, Gewerbetreibenden, Institutionen, Verwaltung und den Menschen im Ort.
Ihr Engagement reicht von Heimat- und Denkmalpflege über Natur- und Umweltschutz bis zu digitalen Angeboten. Die Ehrenamtlichen kümmern sich beispielsweise um Hinweisschilder, Ruhebänke und Naturflächen, unterstützen Aktionen für Kinder und Familien und fördern die Vernetzung über Internetseite, soziale Medien und Dorf-App. Für die Zukunft sind bereits weitere Projekte geplant, darunter ein Seniorentreff sowie eine Pflanzentauschbörse.
Auch über Rönsahl hinaus sind die Dorfpaten aktiv: Für den Kiersper Stöbertag unterstützten sie die Entwicklung einer Open-Source-Software, mit der Plätze für rund 200 Grundschulkinder fair vergeben und Wege zu den teilnehmenden Unternehmen und Einrichtungen geplant werden können. Das System steht auch anderen Kommunen und Schulen kostenlos zur Verfügung.
Kapelle und Pavillon werden zum Treffpunkt
Der Förderverein Kapelle & Pavillon Ortlohnpark engagiert sich für ein historisches Ensemble am Iserlohner Nußberg. Nach dem Wegzug der Akademie Haus Ortlohn im Jahr 2007 blieben die Gebäude über viele Jahre ungenutzt, die Kapelle und der Pavillon verfielen zunehmend.
Aus einer öffentlichen Begehung im Jahr 2022 entwickelte sich zunächst ein ehrenamtlicher Arbeitskreis, 2024 gründete sich daraus der Förderverein. Seitdem beleben die Ehrenamtlichen den Ort Schritt für Schritt neu. Heute finden dort Vorträge, Lesungen, Konzerte, Ausstellungen und Begegnungsangebote statt.
Im April 2026 erweiterte der Verein die Nutzungsvereinbarung für den Pavillon um die Kapelle. Aktuell entsteht ein barrierefreier Zugang. Zudem ist die Rückführung historischer Fenster der Glasmalerin Hilde Ferber geplant.








