Die Stadt Halver will südlich von Oeckinghausen eine Fläche von 5,7 Hektar als Gewerbefläche beim Märkischen Kreis und der Bezirksregierung anmelden. Dafür ist noch die Zustimmung des Rates in seiner Sitzung am Montag, 12. Oktober, erforderlich.
Diese Entscheidung wäre die Grundlage für ein sogenanntes „Werkstattgespräch“ zwischen Stadt und Bezirksregierung Arnsberg. Darin werden die Wünsche der Kommunen mit den Planungszielen auf Landesebene im Regionalplan abgestimmt.
Im Ausschuss für Stadtplanung und Wirtschaftsförderung fand sich am vergangenen Mittwoch bereits eine breite Mehrheit für den Vorschlag. Lediglich zwei Vertreter der Grünen und ein Mitglied der SPD stimmten dagegen. Die Vorlage der Verwaltung geht auf einen Antrag der CDU vor den Sommerferien zurück, mögliche Gewerbe- und Siedlungsflächen im Stadtgebiet ausfindig zu machen.
Heftiges Streitthema Anfang der 2020er-Jahre
Ob auf dem Weizenacker tatsächlich irgendwann Gewerbebauten stehen, ist aktuell allerdings völlig offen. Anfang der 2020er-Jahre war das Gelände südlich der Bundesstraße 229 gegenüber dem bestehenden Gewerbegebiet ein heftiges Streitthema in der Halveraner Politik. Damals hätte die Bezirksregierung grünes Licht für ein deutlich größeres, interkommunales Gewerbegebiet von 21 Hektar gegeben – bei dem der Stadt Lüdenscheid 16 und Halver lediglich 5 Hektar zugestanden hätten.
Auf diesen Sachverhalt wies Stadtplanerin Sarah Dietzel im Fachausschuss hin. Doch der Politik liegt der Weizenacker als Potenzialfläche am Herzen. „Besser als Leifersberge“, merkte die Ausschussvorsitzende Martina Hesse (CDU) an. Ähnlich bewertete Thomas Volborth (UWG) die Option: „Wir haben nichts zu verlieren.“
Für die Grünen ist „der Sprung über die Straße“ hingegen indiskutabel, wie Uwe Leinung als sachkundiger Bürger deutlich machte. Der Bau der Rettungswache dürfe nicht der Einstieg in die Gewerbeentwicklung auf der südlichen Seite der Bundesstraße sein, hatten Grüne und SPD bereits 2021 argumentiert. Auch in der Sitzung am Mittwoch mahnte die SPD-Fraktion vor dem Flächenverbrauch an dieser Stelle.
Weitere Entwicklungsflächen im Blick
Überhaupt auf die Tagesordnung gerückt war der Punkt mit der Vorlage „Mögliche zukünftige Entwicklungsflächen“, welche die Verwaltung in den kommenden Gesprächen ins Spiel bringen oder abräumen will. Die weiteren Punkte im Einzelnen:
- Schmalenbach: Die Firma Mickenhagen plant eine Erweiterung ihrer Betriebsfläche. Politik und Verwaltung hegen keine Bedenken.
- Edelkirchen: Gleiches gilt für die geplante Freiflächen-Photovoltaik. Die politische Beschlusslage an dieser Stelle ist eindeutig.
- Berge: Absehen will man von einer anderen Freiflächen-Photovoltaik-Anlage. Diese Planung hat sich nach Abstimmung zwischen Politik und Verwaltung vorerst erübrigt.
- Umgehungsstraße: Hinter dem Umspannwerk könnte es in Abstimmung mit der Bezirksregierung möglich werden, die Siedlungsfläche bis an den Waldrand auszuweiten, um dort Wohnraum zu schaffen. Auch diese Überlegung war konsensfähig.
- Nördlich Goethestraße: Für diese innerstädtische Fläche wird geprüft, ob mit Einvernehmen der Bezirksregierung Wohnbebauung nachverdichtet werden kann.
- Neuen Herweg: Südöstlich des Ortsteils kommt nach Vorstellung der Stadt ebenfalls eine Ausweitung des bestehenden Wohngebiets infrage.









