Bekommt jedes Kind an der Primusschule künftig ein eigenes digitales Endgerät? Mit dieser Frage hat sich der Ausschuss für Kinder, Jugend, Schule und Soziales am Montag, 1. Juni, beschäftigt. Eine Entscheidung fiel jedoch nicht: Das Thema soll im September neu beraten werden.
Hintergrund sind neue Vorgaben des Landes Nordrhein-Westfalen. Ab dem Schuljahr 2026/2027 müssen bestimmte Vergleichsarbeiten in den Jahrgangsstufen drei und acht teilweise digital durchgeführt werden. Dadurch steigt der Bedarf an digitalen Endgeräten an der Primusschule.
Die Verwaltung stellte den Politikern drei mögliche Varianten vor. Die günstigste Lösung sieht vor, den Bestand an Tablets auf insgesamt 60 Geräte zu erhöhen und damit den Mindestbedarf zu decken. Die Kosten hierfür würden sich bis 2030 auf rund 326.500 Euro belaufen. Die umfassendste Variante würde dagegen eine Ausstattung aller Schüler mit einem eigenen digitalen Endgerät, Tastatur und Stift vorsehen. Die Kosten hierfür beziffert die Verwaltung auf rund 632.900 Euro.
Schulleiterin Astrid Bangert und Medienbeauftragte Desiree Huwald warben im Ausschuss für eine möglichst umfassende Ausstattung. Sie verwiesen unter anderem darauf, dass die Schule derzeit mit unterschiedlichen privaten Endgeräten der Schüler umgehen müsse und für die besondere Schulform der Primusschule viele Unterrichtsmaterialien selbst erstellt werden müssten. Ein digitales Lernmanagementsystem könne hier den Alltag erleichtern. In der Politik gingen die Meinungen stark auseinander.
"Digitale Medien sollten ein Werkzeug bleiben"
"Ich weiß gar nicht, wo ich da überhaupt anfangen soll", erklärte Roman Bossart, Vorsitzender der UWG. Er selbst habe aus beruflichen Gründen keine Berührungsängste mit digitalen Medien, äußerte jedoch Bedenken: "Schreiben, Lesen und Rechnen müssen meines Erachtens weiterhin analog erlernt werden. Digitale Medien sollten ein Werkzeug bleiben und mit Augenmaß eingesetzt werden."
Jan Jellesma, Fraktionsvorsitzender der SPD, widersprach: "Wir begrüßen das Digitalpaket ausdrücklich und verstehen es so, dass die Tablets als Werkzeug genutzt und verstanden werden sollen. Außerdem sind wir dafür, dass die Lehrer in die Planung mit einbezogen werden, um am Ende allen Bedürfnissen gerecht zu werden. Die Höhe der Kosten ist für uns jedoch nicht komplett nachvollziehbar, daher bitten wir die Verwaltung darum, diese noch einmal transparenter darzustellen."
Entscheidung erst im September
Am Ende einigten sich die Fraktionen darauf, die Entscheidung zunächst zu vertagen. Bis zur nächsten Beratung im September soll die Verwaltung weitere Informationen zu Fördermöglichkeiten, technischen Lösungen und den Kosten eines Lernmanagementsystems zusammentragen.
Für den Haushaltsentwurf soll zunächst die maximale Investitionssumme berücksichtigt werden. Ob diese tatsächlich benötigt wird, entscheidet die Politik zu einem späteren Zeitpunkt.








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