Rund 350 Zuschauer erlebten am Samstag die siebte Comedy Night in der Aula des Schulzentrums Böddinghausen. Die gebürtige Plettenbergerin Jacky Feldmann hatte erneut vier Comedians nach Plettenberg eingeladen. Drei Stunden lang reichte das Programm von feinem Wortwitz und Alltagsbeobachtungen bis zu derbem Humor und spontaner Interaktion mit dem Publikum.
Schon bei ihrer Begrüßung bezog Feldmann die Gäste im Saal ein. Besucher aus den Nachbarstädten bekamen ebenso ihr Fett weg wie die Mitglieder der Plettenberger Feuerwehr, die für die Sicherheit sorgten. Im Unterschied zu den Vorjahren wurde diesmal allerdings kein Feuerwehreinsatz in der Aula nötig. Auch einige Zuschauer machte Feldmann zu wiederkehrenden Protagonisten ihrer Zwischenmoderationen.
Das Motto des Abends gab sie ebenfalls vor: „Wenn einer klatscht, klatschen alle.“ Das funktionierte.
Christian Schulte-Loh eröffnet mit feinem Wortwitz
Als erster Gast betrat Christian Schulte-Loh die Bühne. Mit Geschichten aus dem wahren Leben wandte er sich unter anderem an die langjährig Verheirateten im Saal. Er liebe freche Antworten, erklärte Schulte-Loh – und das zog sich durch Teile seines Programms.
Geschichten aus seiner Heimatstadt Haltern am See gehörten ebenso dazu wie Erinnerungen an die Schulzeit. Einen Klassenbucheintrag seines damaligen Lehrers hat er bis heute nicht vergessen: „Schulte-Loh zum Selbstschutz des Raumes verwiesen. Ich kann in meinem hohen Alter das ewige Gequake einfach nicht mehr ertragen.“
Auch Verwechslungen mit Dirk Nowitzki in Japan, die Anreise mit der Bahn nach Plettenberg, das Älterwerden und die richtige Liegeposition beim Schlafen lieferten Stoff für seinen Auftritt.
Yannick de la Pêche blickt ins eigene Innenleben
Der zweite Auftritt gehörte Yannick de la Pêche. Der Hamburger Comedian ließ das Publikum an seinem eigenen, oftmals unangenehmen Innenleben teilhaben. Er erzählte von seiner Freundin, seinen coolen Freunden und der mühevollen Anreise nach Plettenberg.
Ein zuckerfreier Kuchen, die Oma seiner Freundin und Sitzungen bei einer Psychotherapeutin samt der Frage „Wer ist Thorsten?“ lieferten weitere Pointen. Breiteren Raum nahm seine Erziehung durch seine alleinerziehende Mutter ein.
Mit Geschichten über den eigenen Hund – beim Picknick, in Gesprächen und schließlich beim Tierarzt, wo Augentropfen verabreicht werden mussten – beendete de la Pêche seinen Auftritt.
Bora setzt auf die lautere Gangart
Nach der Pause sorgte Bora für die derbere und lautere Variante des Abends. Ein Engagement auf einem Kreuzfahrtschiff habe er zunächst ausgeschlagen – bis die kostenlose Nutzung der Bordrestaurants ins Spiel gekommen sei.
In seinem Auftritt reihte sich anschließend Gag an Gag. Bora nahm sich selbst auf die Schippe und bezog zugleich das Publikum ein. Sein eigener Körperumfang, Erlebnisse beim Fliegen als Muslim und Schlafapnoe brachte er mit vollem Körpereinsatz auf die Bühne.
Hinzu kamen Erfahrungen als Vater und Erlebnisse in der Kita, seine Sicht auf Fernsehformate wie „Bauer sucht Frau“ und „Germany’s Next Topmodel“ sowie ein Besuch beim Urologen.
Mirja Regensburg sucht die Nähe zum Publikum
Als letzter Act des Abends betrat Mirja Regensburg die Bühne. Die Kölner Künstlerin setzte auf einen Mix aus Stand-up-Comedy und spontaner Publikumsinteraktion.
Auch bei ihr spielte die Anreise eine Rolle – diesmal mit dem Auto durch die kurvenreiche Region. Verwandtschaftsverhältnisse in ihrem Geburtsort, Erfahrungen mit einer Jogging-App und die Erfindung der „Muffin-Jeans“ lieferten weitere Themen.
Immer wieder suchte Regensburg den direkten Kontakt zu den Zuschauern. Unterwäsche, Erlebnisse an der Garderobe, das Älterwerden und der eigene Körper folgten Schlag auf Schlag. Auch Diätwahn, die Beziehung zu ihrem Mann und musikalische Einlagen gehörten zum Programm. Ein eigener ESC-Beitrag rundete ihren Auftritt ab.
Standing Ovations zum Abschluss
Nach rund drei Stunden bedankte sich das Publikum mit Standing Ovations. Jacky Feldmann dankte den Künstlern und den Zuschauern für ihre Unterstützung. Zugleich blickte sie auf die Zukunft der Veranstaltung. Sie hoffe, dass ihr „Herzensprojekt“, Comedy nach Plettenberg zu bringen, auch unter veränderten Voraussetzungen seitens der Kultur GmbH Bestand haben werde. Der anschließende Applaus zeigte, dass sich zumindest das Publikum eine Fortsetzung wünscht.
Im Gespräch mit LokalDirekt zeigte sich Mirja Regensburg begeistert von den „gar nicht sturen Sauerländern“ und zollte der Veranstaltung großen Respekt. Auch unter den Besuchern fiel das Fazit positiv aus: „Das verflixte siebte Jahr war wahrscheinlich das Beste“, war nach der Show mehrfach zu hören.
Die Künstler hielten sich im Anschluss an die Show ausdauernd im Foyer auf, standen für Fotos und Autogramme zur Verfügung. Das Catering hatte erstmals der AquaMagis-Cateringdienst Vier Täler übernommen. Er bot eine gute Getränkeauswahl. In der Pause bildete sich eine lange Schlange an der Theke.









