In der Sitzung des Feuerwehr- und Katastrophenschutzausschusses am Montag, 4. Mai, stellte Gutachter Patrick Habeth vom Büro Forplan (Bonn) den Entwurf zur Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplans für die Gemeinde Herscheid vor. Er erläuterte die wesentlichen Inhalte und die aktuellen Herausforderungen für die Feuerwehr.

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Zentrale Grundlage des Plans ist eine umfassende Analyse der Einsatzfähigkeit aller Löschgruppen. Im Fokus steht insbesondere die Sicherstellung der gesetzlich vorgegebenen Hilfsfristen. Demnach sollen innerhalb von acht Minuten nach Alarmierung ausreichend Einsatzkräfte am Einsatzort sein. Die Auswertung zeigt, dass es dabei vor allem werktags tagsüber deutliche personelle Engpässe gibt.

Besonders betroffen sind kleinere Einheiten wie Neuemühle und Rärin. Während in Neuemühle tagsüber nur sehr wenige Kräfte kurzfristig verfügbar sind, ist die Situation in Rärin noch kritischer. Diese Defizite haben unmittelbare Auswirkungen auf die Einsatzfähigkeit, insbesondere bei zeitkritischen Lagen wie Bränden in sensiblen Einrichtungen oder größeren Schadensereignissen.

Vor diesem Hintergrund sieht der Entwurf strukturelle Anpassungen vor. Ein zentraler Vorschlag ist die Zusammenlegung der Löschgruppe Neuemühle mit der Löschgruppe Herscheid. Ziel ist es, die personellen Ressourcen zu bündeln und die Schlagkraft nachhaltig zu erhöhen.

Darüber hinaus werden auch technische und organisatorische Maßnahmen vorgeschlagen. Dazu zählen unter anderem die weitere Modernisierung des Fuhrparks, Investitionen in die Infrastruktur sowie Konzepte zur besseren Tagesverfügbarkeit der Einsatzkräfte. Auch neue Anforderungen durch Klimawandel, Topografie und zunehmenden Verkehr fließen in die Planung ein.

Der Ausschuss nahm die Ausführungen zunächst zur Kenntnis. Eine inhaltliche Beratung erfolgt nun in den Fraktionen. Insbesondere die geplante Eingliederung der Löschgruppe Neuemühle dürfte dabei für Diskussionen sorgen.

Das Thema steht am 30. Juni erneut auf der Tagesordnung des Ausschusses. Die abschließende Entscheidung soll der Gemeinderat in seiner Sitzung am 13. Juli treffen.

Versammlung von Feuerwehrleuten in einem hellen Besprechungsraum, die einem Vortrag auf einer Präsentation folgen. Einige sitzen an Tischen, andere auf Stühlen in einem Halbkreis.
Auf den Zuhörerplätzen verfolgten viele Mitglieder der Feuerwehr die Sitzung.
Foto: Schlütter