Zwei Vertreter der Autobahn GmbH stellten in der Sitzung des Ausschusses für Klima, Planung, Stadtentwicklung, Mobilität und Umwelt am Donnerstsg, 22 Januar, die aktuelle Planung für den Neubau der Autobahnbrücke Darmche vor. Baubeginn soll im Herbst sein.

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"Bitter nötig"

Jürgen Tischbiereck, Verantwortlicher für den Straßenbau in der Volmegemeinde, machte es direkt zu Beginn der Beratungen deutlich: „Die Brücke hat es bitter nötig.“ Zudem ist er überzeugt: „Ich glaube, die Autobahn GmbH stellt hier wirklich ein gutes Konzept vor."

Die Autobahn GmbH wurde in der Sitzung vertreten von Samuel Freund, dem Leiter der Außenstelle Netphen, sowie dem zuständigen Projektingenieur Malte Jung. Beide stellten klar, dass es aufgrund der bisherigen Bauweise keine Möglichkeit gebe, das bestehende Bauwerk zu verstärken — ein Neubau muss her. Dieser werde nach reiflicher Überlegung mit Hilfe von Spannbeton-Fertigteilen gebaut. "Der Vorteil ist ein hoher Vorfertigungsgrad, so dass sich die Bauzeit auf der Baustelle reduziert", erklärte Jung.

Zudem kommt die neue Brücke bei gleicher Breite und Länge mit einem Pfeiler weniger aus. Ein großer Vorteil, denn die bereits laufenden vorbereitenden Untersuchungen haben laut Jung Hindernisse erkennen lassen: "Der Baugrund hat sich schlechter dargestellt als angenommen", deshalb, so erklärte er, müssen die Pfeiler deutlich aufwendiger in tiefe Bodenschichten gesetzt werden.

Erweiterung für sechsspurigen A45-Ausbau

Im Zuge des Neubaus wird die Brücke auf drei Fahrstreifen in jede Richtung erweitert. Um trotzdem bei der bisherigen Breite zu bleiben, fällt der Standstreifen neben der ebenfalls auf der Brücke gelegenen Beschleunigungsspur in Richtung Frankfurt weg. Dies sei, so erklärte Freund auf Nachfrage von Ausschussmitglied Karl Hardenacke (Grüne), heutzutage Standard.

Für den Bau selbst sind drei Jahre eingeplant, wie die Autobahm GmbH auf Nachfrage von Nadine Blume (CDU) erklärte. In dieser Zeit werden die Auffahrt und die rechte Spur in Fahrtrichtung Frankfurt auf eine Behelfsbrücke verlegt, eine Fahrspur in Richtung Frankfurt und zwei Spuren in Richtung Dortmund laufen über die bisher bestehende Brücke.

Von dieser wird das erste Teilbauwerk konventionell mit Bagger und Meißel abgerissen und der neue Brückenteil in Richtung Frankfurt gebaut. Im Anschluss wird der Verkehr auf das neue Teilbauwerk umgelegt und der zweite Teil der Bestandsbrücke ebenfalls mittels Bagger abgerissen und neugebaut. Im Anschluss wird die Behelfsbrücke wieder zurückgebaut. Eine Sprengung wie an den Talbrücken Brunsbecke oder Rahmede ist nicht vorgesehen.

Neubau mit Herausforderungen

Der Neubau stellt die Autobahn GmbH vor gleich mehrere Herausforderungen. "Wir haben alles an Versorgungsleitungen da liegen, was man nicht braucht zum Bauen", so Jung. Neben Gas-, Wasser- und Stromleitungen liegen auch Telekommunikationsleitungen unter der Brücke, was gerade die tiefe Pfahlgründung vor Probleme stelle. Zudem liegen unter der Brücke nicht nur der Darmcher Weg, sondern auch die Eisenbahnstrecke Meinerzhagen - Crummenerl, die während der Bauarbeiten befahrbar bleiben soll. Aus diesem Grund ist die Autobahn GmbH seit längerem mit den verschiedensten Projektbeteiligten im Gespräch.

Kosten stehen noch nicht fest

Nach der Projektvorstellung gab es mehrere Nachfragen, unter anderem vom SPD-Fraktionsvorsitzenden Rolf Puschkarsky. Er wollte wissen, wie teuer der Neubau wird. Eine Kostenschätzung wollte Freund jedoch noch nicht abgeben, da die einzelnen Arbeiten noch nicht ausgeschrieben sind. Auf Nachfrage von CDU-Politiker Frank Schmitt wagte er jedoch die Schätzung, dass die Behelfsbrücke rund zehn Prozent der Kosten ausmachen werde.

Aufgrund der Frage nach der Lebensdauer, die Jung aufgrund besserer Bautechnik und angepasster Berechnungen an den Verkehr mit 100 Jahren plant, kam es zu diversen Nachfragen der Anwesenden. Diese Diskussion beendete Christian Schön, FDP-Fraktionsvorsitzender, jedoch, indem er eine Lanze für die Autobahn GmbH brach: "Ich denke, dass die Autobahn GmbH wissen wird, was über die Autobahn rollt, da sollten wir ihnen mal vertrauen."