Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist im Bezirk der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) deutlich zurückgegangen. Zum Stichtag 30. September registrierte die Kammer 2410 neue Verträge in Hagen, dem Märkischen Kreis und dem Ennepe-Ruhr-Kreis. Das sind rund neun Prozent weniger als im Vorjahr.

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Rückgang in allen drei Regionen

Im gewerblich-technischen Bereich sank die Zahl um rund zehn Prozent auf 925 Verträge. Im kaufmännischen Bereich verzeichnete die SIHK 1485 neue Ausbildungsverhältnisse – neun Prozent weniger als im Vorjahr.

Besonders deutlich fällt der Rückgang in Hagen und im Märkischen Kreis aus. In Hagen wurden 491 Verträge registriert, 12,3 Prozent weniger als 2025. Im Märkischen Kreis waren es 1.129 Verträge und damit 12,1 Prozent weniger. Im Ennepe-Ruhr-Kreis blieb die Entwicklung mit 790 Verträgen und einem Minus von 3,9 Prozent dagegen vergleichsweise stabil.

Unternehmen finden nicht immer passende Bewerber

Die Ursachen für den Rückgang sind laut SIHK vielschichtig: „Die angespannte wirtschaftliche Lage und die damit verbundene Unsicherheit führen dazu, dass Unternehmen Investitionen zurückstellen, Personalplanungen überprüfen und teilweise auch ihr Ausbildungsangebot reduzieren.“ Gleichzeitig bleiben Ausbildungsplätze unbesetzt: Laut einer aktuellen SIHK-Umfrage fand sich für mehr als jeden vierten angebotenen Ausbildungsplatz kein geeigneter Bewerber. In rund drei Viertel dieser Fälle fehlten Bewerbungen oder die Bewerber passten nicht zu den Anforderungen. Laut Umfrage planen zudem 38 Prozent der befragten Unternehmen, künftig weniger Ausbildungsplätze anzubieten.

„Wir haben deshalb nicht nur eine konjunkturelle Herausforderung, sondern weiterhin ein Passungsproblem“, betont Thomas Haensel, SIHK- Geschäftsbereichsleiter ‚Menschen bilden‘. „Junge Menschen suchen eine berufliche Perspektive und gleichzeitig finden Unternehmen für ihre Ausbildungsplätze nicht die passenden Bewerberinnen und Bewerber. Hier müssen beide Seiten noch besser zusammenfinden.“

Chancen auch ohne perfekte Bewerbung

Die SIHK rät Jugendlichen, bei der Ausbildungsplatzsuche nicht allein auf Schulnoten und Bewerbungsunterlagen zu setzen. Praktika, persönliche Gespräche und direkte Kontakte zu Unternehmen könnten zusätzliche Möglichkeiten eröffnen, sagt Sandra Schäfer, Teamleiterin „Ausbildungsberatung und Projekte“.

Trotz rückläufiger Vertragszahlen bleibe die duale Ausbildung für Unternehmen ein wichtiger Weg, den eigenen Fachkräftenachwuchs zu sichern, betont die SIHK. „Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten dürfen wir Ausbildung nicht nur aus der Perspektive des aktuellen Ausbildungsjahres betrachten“, so Haensel und ergänzt: „Wer heute ausbildet, investiert in die Fachkräfte, die in wenigen Jahren gebraucht werden. Und für junge Menschen bleibt die duale Ausbildung ein Karriereweg mit hervorragenden Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten.“

Unterstützung bei der Vermittlung bieten die Beraterinnen des SIHK-Projekts „Passgenaue Besetzung“: Petra Gregg und Elisabeth Meßner sind telefonisch unter 02331/390-301 und -303 sowie per E-Mail an [email protected] erreichbar.