Der Schützenverein Blau-Weiß 1951 Plettenberg-Sundhelle feiert in diesem Jahr sein 75-jähriges Bestehen und lädt zum Schützenfest auf die Sundhelle ein.

Überregionale Nachrichten

Offiziell eröffnet wird das Schützenfest am Freitag, 24. Juli, um 19 Uhr mit dem Fassanstich und dem Königsabschied. Unter dem Motto „Zurück zu den Anfängen – 75 Jahre Blau-Weiß“ stimmt sich der Verein auf das Jubiläumswochenende ein.

Der Schützenfestsamstag beginnt um 10 Uhr mit dem Altmajestätenfrühstück im Vereinslokal Eckes. Ab 12 Uhr wird beim Königsvogelschießen der neue Schützenkönig ermittelt. Während der Feuerpause findet die Medaillenverleihung statt. Am Abend startet um 18.45 Uhr der große Festumzug an der Gaststätte Eckes. Es folgen die Krönung des neuen Königspaares und der Zapfenstreich um 19.30 Uhr, bevor der Festball den Tag beschließt.

Am Sonntag, 26. Juli, steht ab 11 Uhr das traditionelle Sundheller Biergericht auf dem Programm. Das Motto lautet „Seit 75 Jahren Blau-Weiß Sundhelle – mehr als ein Verein“. Der Festtag klingt in den Nachmittagsstunden aus.

Den Abschluss bildet am Montag, 27. Juli, ab 16 Uhr das Ehrenscheibenschießen. Anschließend lassen die Schützen ihr Jubiläumsfest in den Abendstunden gemeinsam ausklingen.

Für die musikalische Begleitung sorgen der Musikzug der Feuerwehr Plettenberg, das Tambourcorps Halberbracht sowie die Band Up2Date.

Vom Schießclub im Ziegenstall zum festen Bestandteil des Dorflebens

Was 1951 als kleiner Schießclub unter Nachbarn begann, hat sich über die Jahrzehnte zu einem festen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens an der Sundhelle entwickelt. Das Jubiläumsjahr bietet Anlass, auf prägende Stationen der Vereinsgeschichte zurückzublicken.

Die Wurzeln des Vereins reichen in die Nachkriegszeit zurück. In der damals noch jungen Sundheller Siedlung wuchs mit den Jahren eine enge Nachbarschaft zusammen. Im Haus von Erich Duschek entstand schließlich die Idee, regelmäßig gemeinsam Luftgewehr zu schießen. Albert Franz senior brachte den Vorschlag ein, einen Schießclub zu gründen. Trainiert wurde zunächst dort, wo gerade Platz war – im Keller, im Garten oder sogar im ehemaligen Ziegenstall von Erwin Meier.

Bereits 1952 feierte der junge Verein sein erstes Schützenfest. Mangels Vereinsheim fand es im Hof hinter dem Haus von Erich Duschek statt. Heinrich Fingerhut wurde erster Schützenkönig, Liselotte Duschek erste Königin. Schon damals gehörte ein Biergericht zum Festprogramm – eine Tradition, die bis heute fester Bestandteil des Schützenfestes ist.

Mit wachsender Mitgliederzahl entstand schon wenig später der Wunsch nach einem eigenen Treffpunkt. Oberhalb der Sundhelle wurde ein Grundstück gepachtet, dessen Pacht dem Gegenwert eines Scheffels Roggen entsprach. In Eigenleistung errichteten die Mitglieder dort ein Blockhaus, das schnell zum Mittelpunkt des Vereinslebens wurde. Bereits das folgende Schützenfest konnte auf dem neuen Gelände gefeiert werden.

Ein wichtiger Meilenstein folgte 1971: Aus dem ursprünglichen Schießclub wurde offiziell der Schützenverein Blau-Weiß 1951. Gleichzeitig erhielt der Verein seine erste Vereinsfahne, die am 1. August feierlich eingeweiht wurde. Drei Jahre später erfolgte die Eintragung als eingetragener Verein.

In den 1970er- und 1980er-Jahren entstanden zahlreiche Traditionen, die den Verein bis heute prägen. 1973 wurde erstmals eine Weihnachtsfeier für die Kinder veranstaltet, 1974 folgten das erste Herbstfest und das Kindervogelschießen. Viele damalige Kindermajestäten engagieren sich inzwischen selbst aktiv im Vereinsleben oder wurden später Schützenkönig.

Ein besonders bedeutendes Jahr war 1981. Der Verein kaufte sein Vereinsgelände, führte den bis heute gepflegten Schnadegang ein und gründete den Damenschießclub. Beim traditionellen Grenzgang werden die Grenzsteine symbolisch „eingebleut“ – Erwachsene erhalten einen Schnaps, Kinder einen Klaps auf den Hosenboden. Diese ungewöhnliche Tradition ist bis heute ein fester Bestandteil des Vereinskalenders.

Auch die Rolle der Frauen entwickelte sich weiter. Nachdem zunächst der Damenschießclub gegründet worden war und ab 1982 eine Herbstkönigin ausgeschossen wurde, erhielten Frauen 1992 nach längeren Diskussionen die Vollmitgliedschaft im Schützenverein. Der Damenschießclub bestand bis Ende 2012.

Heute zählt der Verein rund 174 Mitglieder. Neben dem traditionellen Schützenwesen gehören Sportschießen, Kinder- und Jugendarbeit sowie zahlreiche Veranstaltungen über das Jahr hinweg zum Vereinsleben. Viele Arbeiten rund um das Vereinsheim werden weiterhin ehrenamtlich geleistet.

Mit dem 75-jährigen Bestehen feiert Blau-Weiß Sundhelle nicht nur ein Jubiläum, sondern auch eine Vereinsgeschichte, die von Gemeinschaftssinn, Eigeninitiative und ehrenamtlichem Engagement geprägt ist. Aus einem kleinen Schießclub mit improvisierten Trainingsmöglichkeiten ist in drei Vierteljahrhunderten ein Verein geworden, der das gesellschaftliche Leben an der Sundhelle bis heute mitgestaltet.