Mit einem Abba-Hit fing vor mehr als 15 Jahren alles an. Am Sonntag kehrte der Frauenchor FemmeVokal zu seinen musikalischen Anfängen zurück und nahm sein Publikum in der gut gefüllten Johanniskirche mit auf eine Reise durch seine Geschichte. Ein Konzert voller Erinnerungen, musikalischer Höhepunkte und mit viel Applaus.

„Super Trouper“ von Abba erklang gleich zu Beginn. Kein zufällig gewählter Auftakt, sondern eine Erinnerung an die Geburtsstunde des Chores. Es war das erste Lied, das die Frauen 2010 einstudierten – damals noch als Projektchor, den die Four Valleys ins Leben gerufen hatten. Mehr als 15 Jahre später eröffneten die Sängerinnen mit genau diesem Stück ihr Jubiläumskonzert.

Jutta Tripp und Anja Frommann führten durch das Programm und schlugen dabei immer wieder den Bogen zu den Anfängen. So manche Anekdote ließ die vergangenen Jahre lebendig werden.

Als plötzlich 72 Frauen vor der Tür standen

Mit einem solchen Ansturm hatte wohl niemand gerechnet: Zur ersten Probe im Frühjahr 2010 kamen nicht weniger als 72 Frauen ins Bürgerhaus Bremcke. Aus der Idee eines Projektchores wurde eine musikalische Erfolgsgeschichte.

Schon im Herbst desselben Jahres standen die Sängerinnen beim Festival Acappellissimo der Four Valleys erstmals auf der Bühne. „Damals konnten wir gerade mal drei Lieder“, erinnerte sich Anja Frommann schmunzelnd.

Heute ist das Repertoire deutlich umfangreicher. Zwölf Lieder und eine Zugabe präsentierte FemmeVokal am Sonntag. Anlass war der 15. Jahrestag der offiziellen Vereinsgründung im Jahr 2011.

Von schwedischen Klängen bis zur Rockhymne

Was sich seit den ersten Proben musikalisch entwickelt hat, zeigte das abwechslungsreiche Konzertprogramm eindrucksvoll. Unter Gründungschorleiter Thomas Weidebach und seinem Nachfolger Christoph Ohm, der seit Sommer 2021 die musikalische Leitung innehat, ist FemmeVokal zu einem modernen, leistungsfähigen Chor herangewachsen.

Die Sängerinnen überzeugten mit stimmlicher Präsenz, musikalischer Ausdruckskraft und einer sympathischen Ausstrahlung. Besonders eindrucksvoll geriet der a cappella vorgetragene schwedische „Sommarpsalm“. Einen ganz anderen musikalischen Akzent setzte Queens „Bohemian Rhapsody“ – ein anspruchsvolles Stück, das den Sängerinnen einiges abverlangte. Auch mit John Farnhams kraftvoller Hymne „You're the Voice“ bewies der Chor seine Vielseitigkeit.

Dabei wurde deutlich: FemmeVokal fühlt sich nicht nur in einem musikalischen Genre zu Hause. Gefühlvolle Passagen wechselten mit kraftvollen Klängen, ruhige Momente mit mitreißenden Melodien.

Jazzklänge und eine Toccata an der Kirchenorgel

Für zusätzliche musikalische Farbtupfer sorgten die Gäste des Jubiläumskonzerts. Die Lehrer-Combo der Musikschule Lennetal brachte mit Sandra Fricke am Saxofon, Andy Brückner am Schlagzeug und Björn Heimann am Klavier eine gehörige Portion Jazz in die Johanniskirche. Mit Klassikern wie „All of Me“ und „Fly Me to the Moon“ setzte das Trio abwechslungsreiche Kontrapunkte zum Chorgesang.

Auch Gerd Arens, der FemmeVokal über mehrere Jahre instrumental begleitet hatte, war zum Jubiläum wieder mit von der Partie. Am Keyboard unterstützte er die Sängerinnen bei "Hail Holy Queen" aus dem Film "Sister Act". Mit einer eindrucksvoll gespielten Toccata an der Kirchenorgel setzte er zudem einen eigenen musikalischen Glanzpunkt.

Standing Ovations und ein musikalisches Dankeschön

Am Ende gab es für die 35 Sängerinnen reichlich Beifall. Das Publikum erhob sich von den Plätzen und belohnte FemmeVokal mit Standing Ovations. Doch damit war der Konzertabend noch nicht vorbei. Ohne Zugabe wollten die Zuhörerinnen und Zuhörer den Chor nicht ziehen lassen.

Die Sängerinnen ließen sich nicht lange bitten. Mit dem Abba-Evergreen „Thank You for the Music“ verabschiedeten sie sich von ihrem Publikum.

Ein passender Schlusspunkt für eine musikalische Zeitreise, die mit Abba begonnen hatte und mit Abba endete. Und zugleich ein Dankeschön an alle, die FemmeVokal in den vergangenen 15 Jahren begleitet haben.